Konsum

Frankfurter Ernährungsrat zieht Bilanz

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Der Frankfurter Ernährungsrat zieht Bilanz und blickt voraus. Ziel ist eine radikale Wende in Lebensmittelproduktion und Konsum.

Mehr Mitglieder, mehr Sponsoren, mehr Aktivistinnen und Aktivisten wünscht sich der Frankfurter Ernährungsrat, der auf das erste komplette Kalenderjahr seines Bestehens zurückblickt. Im August 2017 von rund 120 Teilnehmern gegründet – darunter Institutionen wie Slow Food, Solawi, ShoutOutLoud, das Energiereferat der Stadt, Schulelternbeirat, BUND, Greenpeace, die Kleingärtner – geht es darum, „die Ernährungssouveränität zurückzugewinnen“, wie es Joerg Weber formuliert, Mitglied im Lenkungskreis: „Das Thema Ernährung in einem demokratischen Diskurs auf die Tagesordnung zu bringen, um so auf die Schieflagen unseres Ernährungssystems aufmerksam zu machen.“

Ziel: Möglichst viele sollen teilhaben, aus allen Bevölkerungskreisen. Schwerpunkt: Ernährung durch regionale und saisonale Produkte, klimafreundlich und solidarisch. Schirmherrin ist die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Größtes Projekt 2018 war der Kongress deutschsprachiger Ernährungsräte. Im November kamen mehr als 150 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden sowie Referenten aus Kanada und Dänemark nach Frankfurt. Sie verabschiedeten ihre „Frankfurter Erklärung“ für eine radikale Wende in der Art, wie wir Lebensmittel produzieren, konsumieren und wertschätzen.

Zudem trieb der Ernährungsrat das Projekt eines Schulgartens für Kinder voran. Grundschüler sollen im Ostpark unter Anleitung Gemüse anbauen und essen. Start: im März. Ebenfalls vom Ernährungsrat angestoßen: der Runde Tisch „Mehrweg“ gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung. Noch im ersten Quartal 2019 soll eine nächste Runde folgen.

„Main-Mittagessen“, einer von sechs Arbeitskreisen des Ernährungsrats, entstand aus der Unzufriedenheit im Nordend mit dem Ausschreibungsergebnis für einen Schul-Caterer. Nun beraten die Teilnehmer Lösungen, etwa: Die Stadt versorgt sämtliche öffentlichen Verpflegungsstellen selbst, nach Vorbild aus Kopenhagen. Ideen für ein Pilotprojekt gibt es.

Der Arbeitskreis Produktion & Vermarktung, in dem unter anderen die „Kooperative“ mitwirkt, will mehr regionale Bioware nach Frankfurt holen. Geplant ist eine siebte Gruppe, die sich künftig mit der Gastronomie beschäftigt.

Für diesen Samstag, 2. März, 11 Uhr, lädt der Ernährungsrat ein zum „Politischen Marktfrühstück“ im Neuen Frankfurter Garten am Danziger Platz.

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