Ernährung

Gutes Essen für alle

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Die "Frankfurter Erklärung" der Ernährungsräte umfasst fünf Forderungen an die Politik.

Unter dem Titel „Ernährungsdemokratie jetzt!“ haben die deutschsprachigen Ernährungsräte bei ihrem Kongress am Wochenende eine „Frankfurter Erklärung“ verabschiedet. Darin stellen sie fünf zentrale Forderungen an Politik und Wirtschaft.

So solle etwa der Zugang zu gesunden Lebensmitteln eine öffentliche Aufgabe und Teil des Vorsorgeprinzips werden: Städte und Regionen müssten eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Lebensmittelversorgung spielen. Zweitens gelte es, „wahre Preise“ und Transparenz einzuführen: Externe Kosten wie etwa ökologische und soziale Probleme bei Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung müssten im Produktpreis ihren Niederschlag finden.

Dritte Forderung: Mehr Macht für Verbraucher zur Mitgestaltung nachhaltigen Konsums – und die Verantwortung trägt die Politik. Begleitend zur Ernährungswende verlangen die Räte, viertens, auch eine Agrarwende hin zu Wertschöpfungskreisläufen in regionalen Infrastrukturen.

Und die einzelnen Regionen sollen ihre Erfahrungen bei der nachhaltigen Lebensmittelversorgung stärker austauschen, um voneinander zu lernen – dass Kommunalpolitiker sich dafür engagieren, ist die fünfte Forderung.

150 Teilnehmer hatten sich am Wochenende in Frankfurt zum zweiten „Vernetzungskongress“ der deutschsprachigen Ernährungsräte getroffen. Mit dabei waren nicht nur Vertreter der Räte aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Südtirol, sondern auch Fachleute aus Kanada, Indien, Dänemark und den Niederlanden.

Sie machen sich gemeinsam für eine Ernährungswende stark, weil das bisherige System den Klimawandel befördere, die Abholzung der Wälder, die Zerstörung der Böden, Wasserknappheit sowie -verschmutzung und den Verlust von Artenvielfalt. „800 Millionen Hungernde, mehr als eine Milliarde fehlernährte Menschen – und parallel dazu zwei Milliarden Übergewichtige – weltweit zeigen, dass das globale Ernährungssystem aus dem Ruder gelaufen ist“, konstatieren sie. Die wachsende Bewegung bewusster Verbraucher und der solidarischen Landwirtschaft zeige, „dass gutes Essen und gute Landwirtschaft möglich sind – jetzt und in Zukunft, hier in Deutschland und überall“. Die Politik müsse den Rahmen schaffen.

Der Frankfurter Ernährungsrat hat sich vor eineinhalb Jahren gegründet. Mehr darüber: www.ernaehrungsrat-frankfurt.de.

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