Verkehr

Gute Gründe für U-Bahn-Station an der Universität

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Verkehrsdezernent Klaus Oesterling stellt die Varianten für die Verlängerung der U4 von Bockenheim nach Ginnheim vor.

In der Diskussion über den Bau der U-Bahn-Strecke zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim spricht einiges für eine Anbindung des Campus Westend. Zwar wollte sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) bei einem Pressegespräch am Donnerstag nicht auf eine Variante festlegen. Er sagte aber: Sollte das Uni-Gelände jetzt nicht an das U-Bahn-Netz angeschlossen werden, „passiert das in den kommenden 60 Jahren nicht“. Eine Variante ohne den Schlenker über den Campus zu wählen, wäre zumindest eine fragwürdige Entscheidung, deutete Oesterling an.

Für die Verlängerung der U4 über die Bockenheimer Warte nach Ginnheim gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: eine direkte Anbindung am Europaturm vorbei, bei der der Campus außen vor wäre, eine Strecke über Campus und Bundesbank und eine Linienführung über Campus und Europaturm. Zu jeder möglichen Strecke gibt es mehrere Varianten. Oesterling ließ am Donnerstag zehn Optionen vorstellen. Eine ursprünglich mal angedachte Linienführung an der Frauenfriedenskirche vorbei ist politisch nicht mehr gewollt.

Eine Anbindung des Campus wäre teurer als der direkte Weg mit nur zwei neuen Stationen (Europaturm und Platensiedlung). Die günstigste Variante mit Halt auf dem Uni-Gelände liegt bei 250 Millionen Euro. Lässt man die U-Bahn hingegen ohne Schlenker fahren, blieben die Kosten bei 190 bis 210 Millionen Euro.

Gute Argumente für Anbindung

Allerdings fordert die Uni mit guten Argumenten eine Anbindung ihres Geländes. Angesichts von mehr als 40 000 Studierenden scheint die Station Holzhausenstraße mit den Linien U1, U2, U3 und U8 nicht mehr auszureichen. Zumal die Haltestelle einige Hundert Meter vom Campus entfernt liegt. Vertreter der Uni zeigten sich erleichtert darüber, dass eine Anbindung des Campus nun also zumindest sehr wohlwollend geprüft wird. „Sollte die Vision einer eigenen Campushaltestelle Realität werden, könnte man den Campus Westend künftig vom Hauptbahnhof aus in circa sechs Minuten Fahrzeit erreichen, statt heute 17 bis 20“, sagte Uni-Präsidentin Birgitta Wolff. Der Verkehrsreferent im Asta, Sebastian Heidrich, sagte: „Die Planung gehen endlich in die richtige Richtung.“

Wichtig ist nun die Kosten-Nutzen-Analyse. Von ihr hängt ab, ob Bund und Land Zuschüsse geben. Die Stadtverordneten sollen mehrere Varianten auswählen, für die Kosten und erwartete Fahrgastzahlen ins Verhältnis gesetzt werden.

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