Die Containeranlage an der Stephensonstraße. Peter Jülich
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Die Containeranlage an der Stephensonstraße. Peter Jülich

Frankfurt

Grundschule Europaviertel: Nur sechs Stunden pro Woche

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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In Corona-Zeiten zeigen sich die Probleme an der Grundschule Europaviertel besonders deutlich.

Mittlerweile hat sich die Schulgemeinde der Grundschule im Europaviertel damit abgefunden, dass der Neubau erst in einigen Jahren bezugsfertig sein wird. Eltern, Schulleitung und Kollegium versuchen im Provisorium das Beste zu ermöglichen. Doch gerade in Corona-Zeiten zeigten sich die Probleme und Schwachstellen in der Containeranlage an der Stephensonstraße noch deutlicher, schreiben die Eltern in einem Brief und wenden sich erneut an die Stadt und den Ortsbeirat.

Es sei sehr schwierig, die Hygieneauflagen umzusetzen. So führe der Mindestabstand dazu, dass in den viel zu kleinen Klassenräumen nur maximal sieben Schüler gleichzeitig unterrichtet werden könnten. Das bedeute, lediglich sechs Stunden Unterricht in der Woche. An anderen Schulen seien doppelt so viele Stunden möglich. Das gehe alles zulasten der Kinder, sagt Kristina Jaekel, Vorsitzende des Schulelternbeirats. Die Schüler seien eindeutig benachteiligt, da es für sie noch stärker davon abhänge, was die jeweiligen Eltern im Homeschooling leisten könnten. „Bildungsgerechtigkeit sieht anders aus.“

Unterstützung bekommen die Eltern vom Kinderbeauftragten des Gallus, Dirk Schneider, der ihre Sorgen in der Sitzung des Ortsbeirats 1 am Dienstag vortrug. Auch ihm sei es ein Rätsel, wie die Regeln umgesetzt werden sollen. Das Gremium verabschiedete einen Antrage, in dem sie eine schnelle Lösung und Hilfe bei der einem Hygienekonzepts fordern. Dazu sollen dringend Erweiterungen innen und außen passieren.

Michael Weber (CDU) sieht die Verantwortung nicht beim Magistrat, viele Schulen hätten Platzprobleme. Natürlich sei es in manchen Gebäuden schwieriger, aber die Schule werde schon ihr Konzept erarbeitet haben. Antragsstellerin Anna Pause (SPD) entgegnet: „Der Übergangsstandort ist ungeeignet für die hohe Zahl an Schülern.“ Die Leitung könne alleine nicht tätig werden.

Der Bedarf der Schule nach Erweiterung sei unstrittig, der Magistrat kümmere sich darum, der Schule zu helfen, heißt es aus dem Bildungsdezernat. Ihnen sei auch bewusst, dass die Vorgaben des Hygieneplans in den Schulen grundsätzlich den Raumbedarf erhöhten. Das gehe vielen Schulen so. Alle Schulen seien angehalten, die Vorgaben bestmöglich nach ihren räumlichen Gegebenheiten umzusetzen. Das könne bedeuten, dass nicht 15 Kinder in jedem Klassenraum sein könne, sondern weniger, um die 1,5 Meter Abstandsregel zu wahren.

Doch nicht nur zu Corona-Zeiten herrsche Raumnot im Provisorium, kritisieren die Eltern. Das betreffe auch die Nachmittagsbetreuung. Und auf dem Hof werde es ebenfalls eng durch die neuen Container. Darum forderten sie schon lange eine Grundstückserweiterung.

Um mehr Platz zu schaffen, wollte die Stadt das benachbarte Grundstück kaufen. Stattdessen strebe man nun einen Pachtvertrag an, das sei wirtschaftlicher, sagt Günter Murr, Sprecher des Baudezernats. Neue Container sollen im Sommer errichtet werden. Die Mittel für den Neubau ständen inzwischen zur Verfügung, 2024 soll die Schule fertig sein.

Judith Köneke

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