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Noch residiert hier die Franckeschule, irgendwann könnte die Diesterwegschule einziehen. 

Frankfurt-Ginnheim

Grundschüler sollen von Ginnheim nach Bockenheim pendeln

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Während dem Ausbau der Diesterwegschule sollen die Kinder in einen anderen Stadtteil fahren. Denn vor Ort ist kein Platz, sagt die Stadt.

Die aktuelle Planung zur „schier unendlichen Geschichte der Diesterwegschule“, wie ein CDU-Antrag im Ortsbeirat 9 schon hieß, ist in der Sitzung am Donnerstagabend auf viel Kritik gestoßen. Dass die Grundschule am Mühlgarten für den seit zehn Jahren erwarteten Umbaus nach Bockenheim ausgelagert werden soll, können weder Schulleiterin, noch Eltern oder der Ortsbeirat gutheißen.

Baudezernent Jan Schneider (CDU) verweist auf die „hitzige Debatte“ und die „verhärteten Fronten“ bei der vergangenen Grundstückssuche. Doch alle Probleme, die alternative Grundstücke mit sich brächten, ließen sich dank der modernen Containeranlage an der Ginnheimer Straße 49 in Bockenheim umgehen. Aktuell ist dort die Franckeschule untergebracht und sei „sehr zufrieden“. Wahrscheinlich wolle die Stadt die Anlage sogar kaufen, denn das sei „für alle Beteiligten sinnvoll“ und würde Kosten sparen, so Schneider.

„Sie stellen das so wunderbar positiv dar, so kann ich das aber nicht sehen“, erwidert die Rektorin der Ginnheimer Grundschule, Petra Sturm-Hübner. Denn die Containeranlage sei zwar tatsächlich in einem guten Zustand, „aber eben nicht in Ginnheim“. Und wie die etwa 400 Grundschulkinder täglich vom Mühlgarten zu verschiedenen Zeiten nach Bockenheim hin- und zurückkommen könnten, sei eine sehr komplizierte Frage. Ein Vertreter des Elternbeirats stimmt ihr zu: „Viele sind mit dem Hin- und Herpendeln nicht glücklich.“

Auch Thomas Budenz (BFF) will, dass weiterhin eine Auslagerung innerhalb Ginnheims geprüft werde: „Es geht hier um die Kinder und kurze Wege, warum kann man da nicht über seinen Schatten springen?“ Budenz’ Vorschlag, die bestehenden Container auf das Gelände in Ginnheim zu stellen, statt die Kinder täglich nach Bockenheim zu bringen, lehnt Schneider ab. Eine Baustelle während des Schulbetriebs sei immer sehr belastend für alle Beteiligten und das Umstellen der Container sehr teuer, sagt der Baudezernent.

Donna Ochs von der SPD sagt, die Kosten seien nicht der entscheidende Punkt. Sie könne die „Bauchschmerzen“ der Betroffenen an der Diesterwegschule aufgrund der weiten Strecke sehr gut verstehen.

Die Schulleiterin äußert zudem Bedenken, dass die Stadt viele wichtige Themen vergesse. Denn eigentlich sei zusätzlich zu einem Neubau immer auch eine komplette Sanierung des bestehenden Altbaus versprochen worden. Dass nun doch nur eine Überarbeitung von Brandschutz und Statik des Gebäudes vorgesehen sei, mache Sturm-Hübner „sprachlos“.

Die Diesterwegschule habe dank des Altbaus „eine wunderbare Atmosphäre“, aber das Dach sei nicht isoliert, es gebe keinen Sonnenschutz, nur wenige Räume seien schallgedämmt und die Anzahl der Toiletten reiche nicht aus. Zudem sei das Gebäude nicht barrierefrei, es gebe keinen Aufzug. Da die Schule eigentlich inklusiven Unterricht anbiete, sei das sehr problematisch. Die Auslagerung nach Bockenheim könne nur eine Notlösung sein, aber zu viele Fragen seien noch offen.

Der Baudezernent wolle sich dafür einzusetzen, dass die Schule gleichzeitig zum Neubau auch komplett saniert werde, sodass nur eine einmalige Auslagerung notwendig sei. „Wir überlegen ganz genau, was wir aus anderen Geldtöpfen noch mobilisieren können“, so Schneider.

Der Sanierungsbedarf des Gebäudes werde momentan noch untersucht, im Programm des Stadtschulamts seien aber vor allem die Überarbeitung von Brandschutz und Statik vorgesehen. Er könne auch die Transferproblematik sehr gut verstehen, aber aus Naturschutzgründen und der zu geringen Fläche seien die anderen diskutierten Standorte wie die Bleichwiese oder ein Gelände an der Schloßhecke schlicht nicht realistisch.

Er nehme jedoch alle Vorschläge auf, verspricht der Dezernent. Auf die Frage nach einer zeitlichen Planung, erwiderte der ihn begleitende Amtsleiter Michael Simon, mit dem Bau sei im Jahr 2022 zu rechnen.

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