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Die Lorscher Straße 4. Einige der Häuser stehen in leicht veränderter Form heute noch dort.

Rödelheim

Grüße aus der Vergangenheit

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Der Heimat- und Geschichtsverein bringt wieder Kalender mit alten Bildern aus Rödelheim heraus. Wer keine Wurzeln hat, dem fehle die Lebensfreude, findet der Vereinsvorsitzende.

Der Heimat- und Geschichtsverein bringt wieder seinen Kalender heraus. Mit seltenen historischen Abbildungen führt er Alteingesessenen wie auch Neubürgern das frühere Rödelheim anschaulich vor Augen. Der Verein kann auf einen großen Fundus zurückgreifen. „Einige Tausend Bilder“ haben sich über die Jahre angesammelt, sagt Vorsitzender Armin Kroneisen. 

Gut, nicht alle davon sind druckfähig. „Manche erreichen uns in dritter oder vierter Kopie“, sagt Kroneisen. Und viele sind „relativ alte Bilder“. Aber das ist gerade der Reiz. Einmal haben die Geschichtsfreunde ihren Jahresplan mit modernen Stadtansichten herausgebracht, versuchsweise. Das ist aber nicht gut angekommen. Der Kalender hat eine Fangemeinde, und die bevorzugt Historisches. „Wir werden viel verschenkt“, sagt Kroneisen. Auch außerhalb des Stadtteils, etwa an Rödelheimer im Exil. „Wir müssen nur aufpassen, dass wir nicht immer die gleichen Bilder nehmen.“

Nichtsdestotrotz will der Verein weiterhin versuchen, auch neue Interessenten anzusprechen, ohne die alten zu verschrecken. Deswegen gibt es in diesem Jahr ein etwas moderneres Layout. Denn eines der Ziele ist es ja, den Rödelheimern – auch den Zugezogenen – zu zeigen, wo sie eigentlich zu Hause sind: in der einzigen Residenz, die nach Frankfurt eingemeindet worden ist. „Wir hatten über Hunderte von Jahren eine große Burg hier stehen“, sagt Kroneisen. 

Positiver Nebeneffekt: Der Kalenderverkauf bessert die Vereinskasse etwas auf. 117 Mitglieder hat der Club, die aber zahlen mit 25 Euro einen recht bescheidenen Jahresbeitrag. „Das erlaubt uns keine Riesensprünge.“ Zumindest lassen sich daraus kaum die vielen Veranstaltungen des Vereins finanzieren, die fast alle kostenlos sind und mit viel ehrenamtlichem Engagement gestemmt werden.

Zum Beispiel die Ausstellung mit Bildern von Wilhelm Altheim (1871 - 1914) im Pavillon im Brentanopark, zu sehen am kommenden Samstag und Sonntag, 13. und 14. Oktober, 11 bis 18 Uhr. 25 Originale haben sich die Geschichtsfreunde vom Stadtmuseum Groß-Gerau geliehen. Altheim ist dort geboren, hat später in Rödelheim und Eschborn gelebt. „Wir müssen die Versicherung bezahlen, bei kostenlosem Eintritt“, sagt Kroneisen. Mehr noch: Zwei Vereinsmitglieder übernachten vor Ort, damit den Bildern nichts passiert. 

So viel Aufwand für Geschichte? „Wenn alles austauschbar ist und man nirgends Wurzeln hat, fehlt es an Lebensqualität.“

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