Radfahren

Grünpfeile für Radfahrer in Frankfurt

Grünpfeil in der Heinheimer Straße Ecke Rhönring in Darmstadt. Bald auch in Frankfurt.

In Frankfurt sollen auch bald Abstandsgebote und Fahrradzonen umgesetzt werden.

Die Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) macht es möglich: Radfahrer dürfen auf der Friedberger Landstraße schon bald an roten Ampeln rechts abbiegen, wenn diese mit einem Grünpfeil versehen sind. Das sagte Stefan Lüdecke, Leiter der Stabsstelle Radverkehr im Verkehrsdezernat.

„Zusammen mit dem Straßenverkehrsamt werden wir uns die betroffenen Kreuzungen in dem Bereich anschauen. Wenn alles gut läuft, dann haben wir im Sommer die ersten Grünpfeile für Radfahrer*innen auf der Friedberger Landstraße“, sagte er. In der Folge würden weitere Straßen wie die Hanauer Landstraße und die Konrad-Adenauer-Straße diesbezüglich geprüft.

Bei Ampeln, die mit einem Grünpfeil ausgestattet sind, müssen Radfahrer kurz bei Rot stoppen, können aber rechts abbiegen, wenn sie niemanden gefährden. Autofahrer müssen warten.

Die StVO-Novelle trat am 28. April in Kraft. Kurz darauf stellte die Stadt Mettmann bei Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen Grünpfeile an mehreren Kreuzungen auf. Darmstadt testet Grünpfeile seit gut einem Jahr. „Für Radfahrer ist das eine Erleichterung“, sagte Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Frankfurt. Sinnvoll sei das Verkehrszeichen unter anderem an der Alten Brücke in Richtung Sachsenhausen. 

Schilder an Engstellen

Die neue StVO sieht außerdem vor, dass Autofahrer eineinhalb Meter Abstand halten müssen, wenn sie Radfahrer überholen. Um dem zu entsprechen, will die Stadt das neue Verkehrsschild „Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen“ an Engstellen platzieren. „Das ist genau richtig“, sagte Giebeler. An solchen Engstellen würden Autofahrer damit gezwungen, hinter Radfahrern herzufahren – wie sie auch hinter einem langsamen Müllwagen herfahren müssten. „Vorstellbar wäre ein solches Schild in der Schloßstraße zwischen Adalbertstraße und Rödelheimer Landstraße“, sagte Lüdecke.

Die neue StVO lässt auch Fahrradzonen analog zu Tempo-30-Zonen zu. In Fahrradzonen dürfen Autos nur 30 Stundenkilometer schnell fahren. Kreuzungen werden fahrradfreundlich umgebaut. Die Alte Neustadt in Bremen sei hierfür ein gutes Beispiel, sagte Giebeler.

Lüdecke verwies auf die Umsetzung des Radentscheid-Kompromisses, der fahrradfreundliche Nebenstraßen vorsieht, unter anderem auf dem Oeder Weg. Dort werde eine Fahrradzone geprüft.

Die StVO-Novelle legt ferner fest, dass schwere Lastwagen beim Rechtsabbiegen Schrittgeschwindigkeit fahren müssen, das Radfahrer nebeneinander fahren dürfen, wenn sie andere nicht behindern, dass Halten auf Schutzstreifen verboten ist. Beim Parken vor Kreuzungen und Einmündungen, an denen es Radwege gibt, müssen Autos mehr Abstand halten. Bußgelder wurden erhöht.

Wie die Stadt mitteilte, wurden zuletzt Radwege an drei Kreuzungen rot markiert. Dabei handelt es sich um die Kreuzungen Eckenheimer Landstraße und Marbachweg, Eckenheimer Landstraße und Nibelungenallee sowie Friedberger Landstraße und Nibelungenplatz.

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