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Ende August noch haben die Bürger in Nieder-Eschbach per Rad für den Verbindungsweg demonstriert.

Nieder-Erlenbach

Grünes Licht für den Radweg zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach

40 Jahre lang wurde über die Radverbindung zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach diskutiert. Ende kommenden Jahres soll nun mit dem Bau begonnen werden.

Der Streik der Busfahrer trifft auch Nieder-Erlenbach. Doch die Bewohner wissen sich zu helfen. Ortvorsteher Yannick Schwander (CDU) hat Nachbarschaftshilfe organisiert. Seit Beginn des Streiks am 19. November kutschieren Eltern Kinder, die auf den Bus angewiesen sind, mit dem Auto. Die Elterntaxis sind an einem Schild mit der Aufschrift „Mitfahrgelegenheit“ zu erkennen. „Wir wollen ja nicht, dass die Kids zu Fremden ins Auto steigen“, lobt Schwander alle Helfer.

„Mit etwas Glück können die Kinder beim nächsten Busstreik sicher auf dem Radweg zur Schule kommen“, sagt er. Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, und ihr Mitarbeiter Michael Wejwoda stellten dem Ortsbeirat jetzt die Pläne für die Radverbindung zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach vor. Seit 40 Jahren ist diese im Gespräch. „Jetzt ist Land in Sicht“, sagte Wejwoda.

Die 1,8 Kilometer lange und sechs Meter breite Straße zwischen den beiden Stadtteilen nutzen täglich rund 1000 Autos sowie 200 Lastwagen und Busse. Der Rad- und Fußweg wird drei Meter breit, 106 Wildapfelbäume werden neu angepflanzt. Insgesamt sollen 10 148 Quadratmeter in 18 Monaten umgebaut werden. Dabei werde der Artenschutz für Fledermäuse, Feldsperlinge und Rebhühner durch Ausgleichsflächen berücksichtigt. Bodenfunde entlang der Strecke werden kartiert.

Dass nicht mehr Bäume gepflanzt werden, liegt an der Berücksichtigung von Rübenübergabepunkten, einer barrierefreien Bushaltestelle und an Wendemöglichkeiten auf einem Bauernhof. Entlang der Strecke soll ein 50 Zentimeter breites Bankett gebaut werden, daneben eine 1,50 Meter breite Mulde. „Dann folgt der Fuß- und Radweg, der vor dem ebenfalls drei Meter breiten Baumstreifen entlangläuft“, erklärte Wejwoda.

Die Bürger wollen wissen, ob die Grundstückskäufe bereits abgeschlossen seien. Das verneinen Wejwoda und Kraft. Verhandelt werde mit 13 Grundstückseigentümern. Sieben hätten zugestimmt, drei verhandelten über den Preis, drei hätten sich nicht gemeldet. Der Radwegbau sei dennoch möglich über eine Besitzeinweisung des Regierungspräsidiums Darmstadt.

Die Ausgleichsfläche für geschützte Tiere soll während der Bauzeit auf einem städtischen Grundstück in Nieder-Eschbach entstehen. In der Nähe von Brutstätten von Rebhühnern. Gehölz wird gepflanzt und zwei Blühstreifen angelegt. Die Fläche soll bereits ab März 2020 angelegt werden. Die Ausschreibung für das fünf Jahre lange Monitoring der Ausgleichsfläche soll noch in diesem Jahr vom Grünflächenamt erfolgen.

Bis Oktober 2020 sollen Ausschreibungen und die Vergabe durch sein. „Die Bauzeit beträgt etwa 18 Monate“, sagt Wejwoda. Die Bürger sind vorsichtig optimistisch. Ein Mann sagt: „Wir freuen uns erst richtig, wenn die ersten Radfahrer bei Busstreiks nicht mehr völlig abgeschnitten sind.“

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