Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Unten der plumpe Beton – oben das „grüne Mützchen“: die Skizze der Gartenarchitektin Ute Wittich.
+
Unten der plumpe Beton – oben das „grüne Mützchen“: die Skizze der Gartenarchitektin Ute Wittich.

Stadtnatur

„Grüne Mützchen“ statt Beton in Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
    schließen

Terrorabwehr kann auch ästhetisch sein, wie die Frankfurter Gartenarchitektin Ute Wittich zeigt. Ihre Idee könnte die Betonquader in der City verschönern.

Ute Wittich ist sauer. Die Frankfurter Gartenarchitektin hat in der vorigen Woche in der FR gelesen, dass die hässlichen Betonquader in der Innenstadt auf absehbare Zeit so bleiben sollen, wie sie sind. Die schweren Blöcke dienen der Terrorabwehr. Den Zweck, eventuell heranrasende Fahrzeuge zu stoppen, erfüllen sie wohl. Aber: „Das sieht furchtbar aus“, sagt Wittich.

Skandalös nennt sie sogar, was die Stadt bisher zur Verschönerung der Situation getan hat. „Ich finde, auch ein ,crashsicheres Möbel‘ muss nicht so scheußlich wie die jetzigen Betonklötze aussehen“, betont die Oberräder Landschaftsbauexpertin. Schließlich stünden die Quader an besonders prägenden Orten der Stadt: „Man erkennt ja die Schönheit dieser Plätze gar nicht mehr.“

Das Problem ist bekannt, allein: Alle Versuche, die Terrorabwehr hübscher zu gestalten, schlugen bislang fehl. Erst dauerte die behördliche Abstimmung zu lang, als es etwa um versenkbare Poller ging, dann fehlten umsetzungsfähige Konzepte, um die Fördermittel (100 000 Euro) zu beantragen. Und Geld fehlt in diesen Zeiten ja sowieso.

Dabei wäre gar nicht so viel Geld nötig, schildert Ute Wittich, sondern vor allem Kreativität. Sie schlägt vor, dem plumpen Beton eine Metallkonstruktion aus Alu oder Cortenstahl überzustülpen, mit Dübeln zu befestigen, und obendrauf kommt ein Pflanzkasten nach den bewährten Regeln der extensiven Dachbegrünung. Da wachsen dann Schafgarbe und Schnittlauch, Glockenblume und Karthäuser Nelke, Wildmajoran, Fetthenne und Seifenkraut, Felsennelke, Wilder Thymian, Walderdbeere, Habichtskraut – also Gräser, Stauden und Kräuter. Die brauchen, so Wittich, lediglich Regenwasser, kein zusätzliches Nass. Das Ganze nennt sie „grünes Mützchen“.

Und die Kosten? „Die Pflanzbecken können von den Azubis der städtischen Betriebe gefertigt werden, als Lehrstück“, schlägt die Oberräderin vor. Hinein käme Substrat aus der Frankfurter Biokompostanlage. Den Außenanstrich des Quaders in einer schönen Farbe übernähmen Studierende als Minijob. Da könnten dann sogar einfache Sitze drangeschraubt werden für zwei Personen, Abstellbretter „für ein Gläschen Wein im Stehen“, Aschenbecher für die Kippen, Papierkörbe und Flaschenringe für Leergutspenden.

Sie fühle sich als Bürgerin dieser Stadt und als Landschaftsarchitektin verantwortlich, sich eine schlichte, leicht umsetzbare Lösung auszudenken, betont Ute Wittich. Ihre Skizze lässt daran keinen Zweifel. „Und alles bienenfreundlich!“

Für zusätzliche Ausgaben sei kein Spielraum da, hieß es in der vorigen Woche aus dem Verkehrsdezernat. Aber vielleicht reichen die 100 000 Euro ja für diese Variante. Bis Ende Mai könnte die Stadt die Fördermittel noch beantragen. Wäre doch schade um das Geld, findet die Schöpferin der „grünen Mützchen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare