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„Betrieb der Städtischen Bühnen sichern“

  • Claus-Jürgen Göpfert
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Die Grünen in Frankfurt fordern, mehr gegen die Mängel bei den Städtischen Bühnen zu tun. Es stünde zu befürchten, dass sich der geplante Neubau durch die Pandemie verzögert.

Die Grünen im Römer fordern vom Magistrat, mehr zu tun, um den Betrieb der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz unter guten Bedingungen zu gewährleisten. Die Fraktion reagierte auf den FR-Bericht vom 21. Oktober über die zahlreichen gravierenden baulichen und technischen Mängel der Theater-Doppelanlage. Der Leiter der städtischen Stabsstelle Bühnen, Michael Guntersdorf, hatte die notwendige Summe für den Bauunterhalt auf neun Millionen Euro im Jahr beziffert. Tatsächlich stünden aber nur 3,2 Millionen Euro zur Verfügung. Grünen-Fraktionschef Sebastian Popp zeigte sich von dem FR-Bericht „nicht überrascht“. Die Stadt müsse mehr Geld in die Bauunterhaltung von Oper und Schauspiel investieren, „um die Katastrophe nicht noch größer zu machen“.

Popp fürchtet, dass die sich weiter verschärfende Corona-Pandemie einen Neubau der Bühnen verzögern könnte. „Die ökonomischen Schäden in der Stadt durch Corona werden sehr groß sein.“ Damit stelle sich nach Überwindung der Pandemie vermutlich im nächsten Jahr die drängende Frage, welche Investitionen für die Kommune noch finanzierbar seien. Selbst wenn die Parteien im Römer sich nach der Kommunalwahl am 14. März 2021 auf einen Standort für einen Bühnenneubau einigen könnten, bleibe die Finanzierung dieses Projekts ein Problem. Gegenwärtig werden die Kosten für einen Neubau mit knapp 900 Millionen Euro kalkuliert.

Ganzkonzept für Theater

„Nach der Kommunalwahl werden wir eine finanzielle Inventur der Stadt, einen Kassensturz, brauchen“, sagte Popp, der auch kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. Zu befürchten sei eine Schere zwischen schwindenden Einnahmen der Kommune und den notwendigen Ausgaben.

Der Grüne plädierte dafür, dass die im Römer regierenden Parteien ein Gesamtkonzept für die Entwicklung der Theater in der Stadt aufstellen. Dabei müsse die Zukunft der Städtischen Bühnen einschließlich einer neu zu schaffenden Sparte Tanz ebenso berücksichtigt werden wie das geplante städtische Kinder- und Jugendtheater und die Situation der freien Theater.

Die Stabsstelle städtische Bühnen kalkuliert die Mindestspanne für Planung und Bau neuer städtischer Theater nach einer politischen Einigung auf sechs Jahre. Im ungünstigsten Fall könne beides aber auch zehn Jahre dauern. Es ist absehbar, dass die alte Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz nicht so lange funktionstüchtig gehalten werden kann. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Baukosten derzeit jedes Jahr zwischen zwei und drei Prozent steigen.

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