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Grüne in Frankfurt: „Ältere machen Platz für Jüngere“

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Von: Georg Leppert

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Julia Frank ist Sprecherin der Grünen in Frankfurt.
Julia Frank ist Sprecherin der Grünen in Frankfurt. © Oeser

Vorsitzende Julia Frank spricht im FR-Interview über die Ansprüche von neuen Mitgliedern.

Der Frankfurter Kreisverband der Grünen zählt derzeit 1800 Mitglieder. Vor nicht einmal vier Jahren lag die Zahl bei der Hälfte, wie die Sprecherin der Grünen in Frankfurt, Julia Frank, berichtet.

Frau Frank, ist ein deutlicher Mitgliederzuwachs in kurzer Zeit uneingeschränkt ein Grund zur Freude?

Natürlich freuen wir uns über neue Mitglieder. Aber die Entwicklung ist auch eine große Herausforderung. Man braucht dafür ja auch Strukturen, die nicht so schnell mitwachsen. Wir haben jetzt neue Stellen in der Kreisgeschäftsstelle geschaffen. Gleichzeitig müssen sich die Arbeitsgemeinschaften neu aufstellen. Und der Kontakt von uns im Vorstand zu den Stadtteilgruppen muss intensiver werden.

Viele ihrer neuen Mitglieder kommen aus der Klimaschutzbewegung. Verändert sich dadurch die Politik der Grünen?

Nein. Klimaschutz zählt seit eh und je zur DNA unserer Partei.

Aber es ist doch die Frage, wie entschlossen eine Partei dabei vorgeht. Die Bebauung der Günthersburghöfe wurde maßgeblich von Grünen vorangetrieben. Nun sind es wieder die Grünen, die das Projekt gekippt haben.

Die Beobachtung ist schon richtig. Aber man muss halt auch sehen, dass sich seit Beginn der Planungen viel verändert hat. Es geht nicht nur darum, dass wir neue Mitglieder bekommen haben. Die Klimakrise hat sich noch einmal dramatisch verschärft und die Wahrnehmung dieser Gefahr hat zugenommen. Nicht nur bei uns. Darauf haben wir reagiert. Gleichzeitig ist klar, dass auch wir Grünen den Spagat schaffen müssen zwischen Klimaschutz und sozialer Politik. Dass bezahlbare Wohnungen gebraucht werden, ist unstrittig.

Bei der Listenaufstellung für die Stadtverordnetenversammlung gibt es anders als in anderen Parteien keinen Vorschlag des Vorstands. Alle Mitglieder können für alle Plätze kandidieren, auch wenn sie erst seit kurzem in der Partei sind. Ist das angesichts der stark steigenden Zahl von Menschen im Kreisverband noch zeitgemäß?

Absolut. Das hat die Kommunalwahl gezeigt. Da sind Mitglieder auf vordere Plätze gekommen, die bisher nicht in der Stadtverordnetenversammlung waren. Etwa Mirrianne Mahn, Heiko Nickel oder Julia Roshan Moniri. Die tun uns sehr gut. Und dass sie erst kurz in der Partei sind, heißt ja nicht, dass sie keine Ahnung von politischen Prozessen haben. Heiko Nickel hat den Radentscheid organisiert, Julia Roshan Moniri war für die SPD Stadtverordnete in Schwalbach.

Wenn neue Leute auf vorderen Plätzen landen, heißt das aber immer auch, dass ältere, verdiente Parteimitglieder nicht mehr zum Zug kommen. Wie gehen Sie mit den Konflikten um?

Wir moderieren sie. Aber eigentlich gibt es kaum Konflikte. Viele ältere Mitglieder bei uns haben von sich aus gesagt, dass sie auf hinteren Plätzen kandidieren, um Platz für junge Leute zu machen. Allen voran etwa Uli Baier. Der ist als Nachrücker in die Stadtverordnetenversammlung eingezogen und hilft uns dort mit seiner Erfahrung immens.

Interview: Georg Leppert

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