Politischer Aschermittwoch

Grüne in Frankfurt spotten über CSU und kritisieren Beuth

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Die Grüne reden im „Familie Montez“ auch über Umweltschutz, Europa und die Eintracht.

Miriam Dahlke legt die Messlatte einigermaßen hoch. „Ich brenne für Europa“, ruft die Landtagsabgeordnete beim politischen Aschermittwoch der Grünen, und weil ziemlich viele der Besucherinnen und Besucher im Kunstverein „Familie Montez“ der Eintracht am heutigen Donnerstag die Daumen drücken, gehen ebenso viele Menschen davon aus, dass Dahlke nun über Peter Fischer, Peter Beuth und den Europapokal spricht. Doch es kommt anders. „Ich brenne so sehr für Europa, dass ich den Grünen bei der Europawahl 20 Prozent zutraue“, ruft Dahlke. Eine klare Ansage, die die Grünen im Saal mit Beifall quittieren.

Für die gerade 30 Jahre alt gewordene Dahlke, die bei der Landtagswahl sensationell das Direktmandat im Frankfurter Nordwesten gewonnen hatte, ist es die erste Rede an einem politischen Aschermittwoch. Den Auftritt bringt sie souverän hinter sich. Wieder und wieder betont sie die Bedeutung von Europa, bezeichnet die Europäische Union als „größtes Friedensprojekt des Kontinents“ und erklärt ihren Parteifreunden das Hin und Her um den Austritt Großbritanniens aus der Gemeinschaft. „Wer den Brexit hat, braucht kein Fasching“, sagt Dahlke. Im Übrigen werden sie in den kommenden 40 Tagen fasten – Plastikfasten, also auf Verpackungen aus Kunststoff verzichten.

Auf ein traditionelles Element der Aschermittwochreden verzichtet Dahlke aber: Sie greift den politischen Gegner nicht an. Doch dafür ist Omid Nouripour zuständig, Frankfurter Bundestagsabgeordneter, außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und Stammgast bei den Veranstaltungen zu Beginn der Fastenzeit.

„Keine Sprachpolizei“

Nouripour spottet herzhaft über die CSU („bei deren Veranstaltungen werden die Reden auf Englisch übersetzt, vielleicht sollten sie erst einmal auf Deutsch übersetzt werden“), er witzelt darüber, dass Andreas Scheuer Verkehrsminister ist, obwohl sich doch die Union nun auch Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben habe, und er geht auf den umstrittenen Witz von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer über das dritte Geschlecht ein. Er habe in diesem Zusammenhang viel über eine angebliche „Sprachpolizei“ in Deutschland gelesen, sagt Nouripour. Dagegen werde er immer ankämpfen, „aber es gibt keinen Anspruch auf flache Scheiß-Witze auf Kosten von Minderheiten“.

Und dann geht es doch noch um die Eintracht, um Peter Beuth und den Europapokal. Nouripour, selbst großer Fan der Adlerträger, macht keinen Hehl daraus, dass er im Konflikt über den harten Polizeieinsatz vor zwei Wochen aufseiten der Anhänger steht. Seiner Landtagsfraktion wolle er für den Umgang mit Beuth keine Tipps geben, aber eines habe er vom Innenminister erwartet: „Es wäre das Mindeste gewesen, dass er dem verletzten Fan öffentliche Genesungswünsche ausspricht.“

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