KOMMENTAR

GroßerSchaden

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
    schließen

Dezernent Jan Schneider hatdie CDU ins Abseits taktiert

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte: Diesen Satz des Bundespräsidenten Gustav Heinemann (SPD) stellt Frankfurts CDU-Vorsitzender Jan Schneider seinem Lebenslauf voran. Als Schneider 2013 Mitglied der Stadtregierung wurde, galt er als Hoffnungsträger.

Doch dieses Bild ist spürbarer Ernüchterung gewichen. Der 39-jährige agiert oft unbedacht und mit Ungestüm. In der Debatte um die Zukunft der Städtischen Bühnen setzte er auf einen Neubau im Osthafen, obwohl sich gerade das bürgerliche Theaterpublikum mit diesem Standort nicht anfreundet. So taktierte er die CDU ins Abseits.

Auch auf anderen Feldern ist seine Bilanz bestenfalls durchwachsen. Es gelang ihm zwar, die Bautätigkeit bei Schulen und Kitas anzukurbeln. Doch er verkämpft sich ideologisch, wenn er partout den Ankauf von Häusern verweigert, die von Gentrifizierung bedroht sind.

Die Affäre um den Leiter des städtischen Bauamtes passt ins Bild. Schneider kann wenig Handfestes anführen, das für eine Trennung von Michael Simon spricht. Bisher scheint es so, dass hier zwei Personen mit unterschiedlichen Führungsstilen aufeinandertrafen. Doch das muss ein Politiker moderieren. Jetzt ist der Schaden für das wichtige Amt groß.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare