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An der Hauptwache versuchten sich rechte Impfgegner unter die linken Demonstranten zu mischen.

Corona-Krise

Großer Protest gegen Corona-Skeptiker in Frankfurt

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Hunderte haben sich am Samstag in Frankfurt gegen rechte Aktivisten und Verschwörungstheoretiker gestellt. 

Mehrere Hundert Menschen sind am Samstagnachmittag in Frankfurt gegen Hetze und rechte Verschwörungstheorien zur Corona-Pandemie auf die Straße gegangen. Sie stellten sich damit gegen etwa 300 Menschen, die in die Stadt gekommen waren, um gegen die Corona-Auflagen zu demonstrieren und vor einer Impfpflicht zu warnen.

Die Frankfurter Polizei schätzte am Samstagnachmittag, dass allein an den Versammlungen verschiedener Gruppen, die teils gleichzeitig auf Hauptwache, Opernplatz und Roßmarkt abliefen, mindestens 1500 Menschen teilnahmen. Kleinere Versammlungen in der Innenstadt, von denen es mehrere gab, seien in diese Zahl nicht eingerechnet.

Immer wieder kam es am Samstag in der Innenstadt zu Zusammenstößen zwischen linken Gruppen und Gegnern der Corona-Auflagen, unter denen, wie bereits vor einer Woche, rechte Aktivisten wie die Frankfurterin Heidi Mund und der rechte Youtuber Henryk Stöckl waren.

Oft wurde es laut, hektisch, aggressiv. Es blieb allerdings auch nach Einschätzung der Polizei, die eher defensiv agierte, lediglich bemüht war, die Gruppen – so gut es ging – auseinanderzuhalten, dennoch weitgehend friedlich.

Die Polizei meldete zunächst nur eine Festnahme. Ein 27 Jahre alter Mann aus Hanau soll am Roßmarkt den Hitlergruß gezeigt haben.

Wo Corona-Skeptiker und Linke aufeinandertreffen, wird es laut.

Dort gab es eine Kundgebung, zu der der frühere Occupy-Aktivist Hajo Köhn aufgerufen hatte, die mit etwa 200 Teilnehmern die weitaus größte Versammlung der Gegner der Corona-Auflagen an diesem Tag blieb. Er und andere Redner stellten dort etwa in Zweifel, dass das Coronavirus so gefährlich sei, wie das etwa die Regierung behaupte, und dass es wirklich eine Pandemie gebe. Auch von einem zu großen Einfluss von Microsoft-Gründer Bill Gates war die Rede.

Bei einer nach Teilnehmerzahl deutlich größeren Kundgebung an der Hauptwache, zu der linke Gruppen aufgerufen hatten, warnten Rednerinnen und Redner genau vor solchen Verschwörungstheorien zum Coronavirus. Sie prangerten aber auch Missstände an, etwa im Gesundheitssystem. Dieses müsse vergesellschaftet werden, hieß es.

Von den Corona-Skeptikern hielten sich, wie am vergangenen Samstag, sehr viele bewusst nicht an die Auflagen, trugen also auch während der Versammlungen keine Masken. Einige von ihnen beschimpften Menschen, die Mund und Nase bedeckt hatten.

Die Frankfurter Polizei veröffentlichte am Sonntag keine Bilanz des Einsatzgeschehens. Auch Fragen, etwa zu Festnahmen, ließ sie unbeantwortet. Am Samstagnachmittag hatte sie sich via Twitter mit dem Verlauf der Versammlungen eher zufrieden gezeigt. Die Polizei habe allen ihr Recht auf Versammlungsfreiheit ermöglicht. Leider sei es dabei aber zu Verstößen gegen die Auflagen zum Mindestabstand und zur Bedeckung von Mund und Nase gekommen. Schön sei es dagegen gewesen zu sehen, „dass auch der kontroverse, aber friedliche Dialog gesucht wurde“.

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