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Das große Lesefest

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Von: Claus-Jürgen Göpfert

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Frankfurter Buchmesse
Frankfurter Buchmesse © rtr

Von Leipzig lernen: Die Stadt Frankfurt verdoppelt das Parallelprogramm zur Buchmesse im Oktober unter dem Namen „Open Books“. 160 Veranstaltungen mit 170 Autoren in fünf Tagen - Klotzen statt Kleckern. Und lesen.

Er lässt die Stadt Frankfurt einfach nicht ruhen, der große Erfolg des Festes „Leipzig liest“ rund um die Frühjahrsbuchmesse. Und deshalb fällt „die Frankfurter Antwort“, so Kulturamtsleiterin Carolina Romahn, 2010 noch viel deutlicher aus als bei der Premiere im vorigen Jahr. „Open Books“, das große Lesefest zur Frankfurter Buchmesse vom 5. bis zum 10. Oktober, umfasst nicht weniger als 160 Veranstaltungen mit mehr als 170 Autoren. Eine schlichte Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.

Wieder, wie schon 2009, ist der Frankfurter Kunstverein im Steinernen Haus das Zentrum des Geschehens. Aber ringsum und in der Stadt gehören nun auch andere zur großen Lesebühne: Das Haus am Dom ist dabei, die Evangelische Stadtakademie/Römer9, das Literaturhaus an der Schönen Aussicht, das Hessische Literaturforum im Mousonturm an der Waldschmidtstraße, die Heussenstamm-Galerie an der Braubachstraße – und nicht zuletzt auch das MA*, hinter dem sich die ehemalige Frankfurter Diamantenbörse, Stephanstraße 1-3, verbirgt.

Sonja Vandenrath, die städtische Literaturbeauftragte, gibt dem Ganzen gar einen weihevollen Namen: „Lesemesse ohne Eintritt“. Und Kulturdezernent Felix Semmelroth spricht von einem Forum für die Literatur im Zentrum der Stadt.

Keine Frage, die Organisatoren erwarten großen Zuspruch. Schon 2009, als die Premiere sich nur auf den Kunstverein beschränkte, kamen nicht weniger als 10?000 Besucher.

Zugkräftige, aber auch literarisch vielversprechende Auftritte mischen sich. Romane, Lyrik, Sachbücher, Biografien, Kinderbücher. Da stellt Michael Kleeberg seinen neuen Roman „Das amerikanische Hospital“ vor (6.10., Literaturhaus), Burkhard Spinnen ist mit „Auswärtslesen“ dabei (7.10., Literaturhaus), Petra Reski präsentiert ihr neues Mafia-Buch „Von Kamen nach Corleone“ (7.10., Haus am Dom), Ruth Klüger liest aus „Was Frauen schreiben“ (8.10., Kunstverein), Andreas Maier aus „Das Zimmer“ (Literaturhaus, 8.10.), Thomas Hettche aus „Die Liebe der Väter“ (9.10., Kunstverein).

Erstlingswerke im Kunstverein

Das Festival eröffnet wie schon 2009 „der Debütantenabend“ mit Erstlingswerken im Kunstverein, diesmal am Dienstag, 5. Oktober, ab 18 Uhr. Da stellt zum Beispiel Dorothee Elmiger ihre „Einladung an die Waghalsigen“ vor und Markus Feldenkirchen „Was zusammengehört“.

Jeweils 60 Minuten bleiben den Autorinnen und Autoren für ihre Auftritte, zwischen denen sich der Besucher treiben lassen kann. Im vergangenen Jahr gelang es, im Kunstverein eine einladende Atelieratmosphäre zu schaffen, zu denen auch die Bilder an den Wänden beitrugen.

Bei den Verlagen ist diese kostenlose Bühne im Stadtzentrum gut angekommen, die Nachfrage sprengte das Angebot, trotz der räumlichen Erweiterung. So arbeitet Frankfurt weiter daran, ein großes Leipzig zu werden.

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