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Große Hilfsbereitschaft in Frankfurt für die Ukraine

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Von: Timur Tinç

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Am Sonntag wurden vor dem Café Hauptwache zahlreiche Sachspenden gesammelt, unter anderem Isomatten.
Am Sonntag wurden vor dem Café Hauptwache zahlreiche Sachspenden gesammelt, unter anderem Isomatten. © Michael Schick

Die Stadt Frankfurt hat eine E-Mail-Adresse für Menschen eingerichtet, die mit Wohnraum helfen wollen. Der Ukrainische Verein Frankfurt koordiniert ebenfalls Hilfe. Bei der Spendenaktion an der Hauptwache werden drei 3,5 Tonner voll.

Stepan Rudzinskyy und die Mitglieder seines Ukrainischen Vereins Frankfurt befinden sich derzeit in permanentem Austausch. Über Telefon, Whats-app, Signal, Teams oder andere Onlineplattformen ist der Krisenstab des Vereins dabei, Hilfe auf verschiedensten Wegen zu organisieren. „Die Hilfsbereitschaft ist unbegrenzt“, hat der Vereinsvorsitzende Rudzinskyy festgestellt. Die Solidarität mit der Ukraine nach dem russischen Angriffskrieg seit dem vergangenen Donnerstag ist riesengroß. Auf der Webseite www.ukraine-frankfurt.de hat der Verein diverse Spendenkonten für humanitäre Hilfe, aber auch für die ukrainische Armee aufgelistet.

Zusätzlich können sich alle per E-Mail an den Verein wenden oder die Kontaktdaten auf der Webseite hinterlegen, wenn sie Unterstützung beim Beladen von Hilfsgütern anbieten wollen. Gesucht werden außerdem Leute, die Lagerflächen haben, Übersetzer:innen, aber auch Menschen, die Geflüchtete unterbringen können. „Wir haben eine Excel-Liste mit mehreren Hundert Mailadressen“, berichtet Rudzinskyy. Aktuell seien er und seine Vereinsmitglieder dabei, die Liste zu sortieren, um effizient und schnell handeln zu können. Denn in den nächsten Tagen erwartet Rudzinskyy die ersten Geflüchteten in Frankfurt.

Frankfurts Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne): „In Frankfurt schlägt ein internationales Herz“

Die Stadt hat am Montag eine E-Mailadresse eingerichtet, wo sich Menschen melden können, die mit Wohnraum helfen wollen. Sie können sich unter der Adresse wohnraum@evvfwh.de registrieren lassen. Die Stadt würde das allein aus rechtlichen Gründen gerne selbst koordinieren. Mit dem Ukrainischen Verein Frankfurt hat es noch keinen direkten Kontakt gegeben. „Was im Moment passiert, zeigt, dass in Frankfurt ein internationales Herz schlägt und wir als Stadtgesellschaft für Menschen in Not zusammenstehen“, sagt Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne). Die Verwaltung erreichten zahlreiche Hilfsangebote.

Die Vorbereitungen für die Ankunft möglicher Schutzsuchender aus der Ukraine sind angelaufen. Die SPD-Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel und Nadine Gersberg forderten am Montag ein Landesaufnahmeprogramm für Geflüchtete – sowohl für Flüchtende aus der Ukraine als auch aus anderen Krisenregionen wie Afghanistan. „Uns erreichen Meldungen, das flüchtende Menschen aus der Ukraine mit dunkler Hautfarbe nicht nach Polen einreisen dürfen oder in die Ukraine zurückgeschickt werden“, sagten Yüksel und Gersberg. Dabei handele es sich hauptsächlich um Studierende aus afrikanischen Ländern. „Es darf keine Trennung nach Ethnien und Aussehen geben.“

Vor dem Café Hauptwache werden am Dienstag wieder Hilfsgüter gesammelt

Bis Montagmittag hatten sich noch keine Geflüchteten aus der Ukraine an die Stadt Frankfurt gewandt und um Hilfe gebeten. Sollten Menschen schon da sein, könnten die sich an die Bahnhofsmission oder die Übernachtungsstätte Ostpark wenden. Die Mitarbeitenden wissen Bescheid und könnten die Geflüchteten schnell an andere Orte bringen.

Der Unternehmensdienstleister Wisag will auf eigene Kosten in Frankfurt ein Hotel für Flüchtlinge aus der Ukraine anmieten. Man sei gerade auf der Suche nach einem geeigneten Objekt zunächst für ein Jahr, teilte das Unternehmen mit.

Ukrainer Verein Frankfurt koordiniert Hilfe

Bereits am Sonntag sind aus Frankfurt erste Hilfslieferungen an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht worden, berichtet Jumas Medoff, Stadtverordneter und Vorsitzender der Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung (KAV). Er hat am Sonntag zusammen mit Freunden eine Spendenaktion vor dem Café Hauptwache organisiert. Drei 3,5- Tonner seien es geworden. Auch ein kleines Lager sei voll geworden. „Ein Sprinter ist bereits zu einem Krankenhaus in der Ukraine unterwegs“, so Medoff. Am heutigen Dienstag soll zwischen 16 und 19 Uhr wieder gesammelt werden. Gebraucht werden unter anderem Desinfektionsmittel, Masken oder Verbandsmaterial.

Weitere Kundgebungen oder Demonstrationen seitens des Ukrainischen Vereins Frankfurt sind unterdessen nicht geplant. „Wir sind im Moment woanders besser aufgehoben als auf der Straße“, befand Stepan Rudzinskyy.

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