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Michael zu Löwenstein führte die CDU-Fraktion sieben Jahre lang. 

CDU Frankfurt

Michael zu Löwenstein gibt CDU-Fraktionsvorsitz ab 

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Man muss Michael zu Löwenstein politisch nicht mögen. Aber die Fußstapfen, die er Nils Kößler hinterlässt, sind groß. Ein Kommentar. 

Für seinen Schritt gebührt ihm Respekt. Im Fall von Michael zu Löwenstein stimmt diese Floskel. Der Fraktionschef der CDU in Frankfurt gibt sein Amt ab und macht Platz für einen deutlich jüngeren Nachfolger. Er hätte das nicht tun müssen; die parteiinternen Konflikte, die es ohne Frage gab, hätte er ausgehalten. Doch „der Prinz“ stellte das Wohl der Partei über seine persönlichen Befindlichkeiten. Respekt.

Michael zu Löwenstein ist ein konservativer Mensch, und wäre er nicht seine gesamte Amtszeit über mit den Grünen in einer Koalition gewesen, hätte er diese Position auch noch ganz anders ausgelebt. Seine Haltung im Konflikt um die Mahnwachen vor Pro Familia zeugte eben nicht von der Empathie, die ihm CDU-Chef Jan Schneider bescheinigte, und warum er durch pure Rechthaberei die Installation von WLAN in Schulen um ein Jahr verzögerte, weiß wohl nur er selbst.

Aber: Michael zu Löwenstein war und ist ein Original im Römer. Er hat Witz und eine besondere Art, mit dem politischen Gegner umzugehen. Er spottet über ihn, ohne dabei menschlich verletzend zu werden. Vor allem aber hat zu Löwenstein eine klare Meinung und vertritt sie energisch – auch gegenüber den Koalitionspartnern. Seine Reden heben sich wohlwollend von den Belanglosigkeiten mancher Kollegen ab.

Man muss Michael zu Löwenstein politisch nicht mögen. Aber die Fußstapfen, die er Nils Kößler hinterlässt, sind groß.

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