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Verkehrsdezernent Klaus Oesterling spricht auf dem Neujahrsempfang der Griesheimer SPD.

Griesheim

Griesheim: Weiter warten auf barrierefreien Bahnhof

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Der Bau der S-Bahn-Station verzögert sich, aber Wagen der Linie 11 sollen länger werden. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) spricht auf dem Neujahrsempfang der Griesheimer Sozialdemokraten.

Ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk hatte er nicht mitgebracht. Das verriet Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Sonntag beim Neujahrsempfang der Griesheimer Sozialdemokraten erst gegen Ende seiner Rede. Mit „Weihnachtsgeschenk“ meinte Oesterling den „barrierefreien Umbau“ der S-Bahnstation, den die Griesheimer schon lange herbei sehnen.

Einige der 45 Genossinnen und Genossen, die ins Bürgerhaus gekommen waren, reagierten auf diese Aussage mit Stöhnen und Seufzen. „Der Baubeginn verzögert sich weiter und ich überlasse es der Deutschen Bahn zu verkünden, wann es endlich so weit ist“, sagte Oesterling.

Es sei „ein unerträglicher Zustand die schmalen Treppen da runter zu müssen“, fügte er hinzu. Für „Leute mit Rollstühlen“ sei das nicht zu leisten, Kinderwägen könnten nur mit Hilfe zu den Gleisen gehievt werden. Vor einigen Jahren habe es die Stadt versäumt, das Gelände zu kaufen. Nun sei man auf die Bahn angewiesen, von der „ich erwarte, dass ein Zahn zugelegt wird“, so Oesterling.

Außerdem warte er noch immer auf ein „vernünftiges Ergebnis des Eisenbahnerbundesamtes“, das die Sicherheitslücken am Griesheimer Bahnhof prüfen sollte. Dort hatte vor fast zwei Jahren ein ICE einen Prellbock überfahren und war erst auf dem Bahnsteig zum Stehen gekommen. Die Gastgeberin des Neujahrsempfangs und Vorsitzende der Griesheimer SPD, Birgit Puttendörfer, hatte in ihrer Rede beim Bahnhofs-Umbau von einem „leidlichen Thema“ gesprochen und gesagt: „Wir hoffen nicht, dass wieder mal ein ICE falsch parkt“.

Sie hatte zu dem Empfang unter dem Titel „Nachhaltigkeit und Verkehr“ als „Hauptproblem“ eingeladen. Oesterling bemerkte dazu, dass Frankfurt weiter wachse und anders als etwa „Residenzstädte wie Paris“ nicht über großzügige Alleen verfüge. „Wir müssen mit dem Straßenquerschnitt auskommen, den wir hier nunmal haben“, sagte er und weiter: „Da müssen die Autos durch“. Positiv hob er hervor, dass die wachsende Zahl von Radfahrern für Entlastung gesorgt habe: „Ohne den starken Zuwachs vom Radverkehr wären wir nicht in der Lage zusätzlichen Verkehr aufzunehmen“, berichtete er.

Gute Nachrichten hatte Oesterling zu den Straßenbahnen im Stadtteil. „Wegen der großen Nachfrage fährt die 21 jetzt ganztägig bis Nied“, sagte er. Vor dem Fahrplanwechsel sei die Tramlinie zu manchen Tageszeiten nur bis zur Haltestelle Mönchhofstraße gefahren. Auf dieser Strecke verkehrt auch die Linie 11, die verlängert werden soll. Statt 30 sei sie dann 38,5 Meter lang. In der Elf gehe es manchmal sehr eng zu, sagte Oesterling. „Ein Drittel mehr Raum mit zwei zusätzlichen Türen sind dringend notwendig“. Bis zum hundertsten Geburtstag des Eingemeindungsvertrages zwischen Höchst und Frankfurt in acht Jahren soll die 11 dann, wie in dem Papier zugesagt, bis zum Höchster Bahnhof fahren.

Außerdem könnte die Buslinie 34 von der Endhaltestelle Mönchhofstraße bis zum Griesheimer Bahnhof verlegt werden. „Wir denken darüber nach“, so Oesterling, weil immer mehr Schüler, „auch aus dem Frankfurter Westen“ auf die große Schule am Römerhof gingen und um Pendlern, den Weg ins Europaviertel zu erleichtern.

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