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Klaus Oesterling präsentiert die Anlage.

Griesheim

Griesheim: Umsteigen aufs Rad erleichtern

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Verkehrsdezernent eröffnet überdachte Abstellanlage. 2019 hat die Stadt 2100 Fahrradparkplätze geschaffen.

Einen „kleinen aber wichtige Baustein“, die Verkehrswende in Frankfurt voran zu bringen, hat Klaus Oesterling (SPD) am Freitag gesetzt. Der Verkehrsdezernent eröffnet an der Nordseite der S-Bahnstation Griesheim eine doppelstöckige Abstellanlage für Fahrräder mit 16 Plätzen. 15 000 Euro kostet so ein Gestell mit Dach und Seitenwänden.

Der Radverkehr in der Stadt nimmt zu, sagt Oesterling. Vor zwei Jahren hat die Stadt darum die erste doppelstöckige Anlage aufgestellt, an der Konstabler Wache. Es folgten gezielt Stellplätze an Knotenpunkten und Umsteigeorten – am Rödelheimer Bahnhof, in Heddernheim, Höchst, am Lokalbahnhof. Griesheim ist der elfte Standort.

In diesem Jahr habe die Stadt bereits 1944 Stellplätze für Fahrräder geschaffen, plus 156 in überdachten Anlagen, also 2100 Fahrradparkplätze insgesamt. Ab kommenden Jahr soll die Stadt in jeder Saison 2000 neue Plätze schaffen. Darauf hat sie sich mit der Gruppe Radentscheid verständigt. „Wir haben schon mal geübt“, sagt Oesterling launig.

Für 2020 stehen der Südbahnhof an, 64 Plätze sollen dort entstehen. Außerdem 32 in Nieder-Eschbach und 32 am Höchster Marktplatz. Auch an der S-Bahnstation Niederrad, am Ostbahnhof und an der Tramhaltestelle Stadtgrenze Neu-Isenburg entstehen Abstellplätze.

Sanierungstermin offen

„Die Ortsbeiräte haben viele gute Vorschläge“, sagt Oesterling. In Griesheim kam der Tipp 2017 vom Grünen Thomas Schlimme. Ursula Schmidt von Vereinsring und Regionalrat und andere Griesheimer wünschen sich derweil noch Stellplätze auf der Südseite der Station.

Damit werde die Stadt aber noch warten, sagt Oesterling, der auf Anhieb „keine Idee“ hat, wo dort überhaupt Platz wäre für eine Abstellanlage. Dort sind viele Flächen rund ums Bahnhofsgebäude in Privatbesitz, weil die Stadt seinerzeit versäumt habe, „ihr Vorkaufsrecht anzuwenden“.

Voll des Lobes für die neuen Stellplätze ist Bertram Giebeler vom ADFC. „Wir begrüßen das.“ Jeder Schritt sei wichtig, den Menschen eine Alternative zum Auto anbieten zu können. 16 neue Plätze seien zwar nicht viel, aber im Zuge des geplanten Umbaus der S-Bahnstation sei womöglich auch etwas Größeres möglich.

Das sieht Verkehrsdezernent Oesterling genau so. Eigentlich habe er auch die frohe Weihnachtsbotschaft mitbringen wollen, dass besagter Umbau bald beginne. Eigentlich hätte es längst losgehen sollen, nur musste die Bahn ihre Pläne nach einem Unfall Anfang 2017 noch einmal überarbeiten. Ein ICE auf dem Weg in die Werkstatt war nach einer Unachtsamkeit vom Rangiergleis aus auf den Bahnsteig geknallt. Just dort, wo die Bahn eigentlich den Fahrstuhl der neuen barrierefreien Station hatte bauen wollen. Ein zu großes Risiko befand das Eisenbahnbundesamt.

Also muss ein neuer Plan her. Der Stand? „Die Bahn hat noch immer keinen verbindlichen Termin genannt“, wann sie zu bauen gedenkt, sagt Oesterling. In Höchst ist die Lage da ein bisschen konkreter. Da sind die Arbeiten am Busbahnhof nahezu beendet. Die Stadt stehe in guten Gesprächen mit der Bahn, die wohl demnächst mit der Sanierung des Bahnhofsgebäudes beginne, schätzt Oesterling.

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