Der Verein Waldwerk verwandelt das ehemalige Griesheimer Wasserwerk im Niedwald in ein Naturkundehaus.  
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Der Verein Waldwerk verwandelt das ehemalige Griesheimer Wasserwerk im Niedwald in ein Naturkundehaus.  

Griesheim

Verein Waldwerk in Griesheim fördert junge Entdecker

  • vonBrigitte Degelmann
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Das ehemalige Wasserwerk im Niedwald wird zum Paradies für Kinder und Jugendliche. Zur Zeit graben die Waldwerker einen Teich für Amphibienbeobachtung.

Eigentlich liebt Ursula Schmidt die Natur. Doch manchmal wird es sogar der Vorsitzenden des Vereins Waldwerk zu viel. Etwa dann, wenn es um das Areal rund um das ehemalige Wasserwerk im Niedwald geht, dessen Erhaltung sich der Verein auf die Fahnen geschrieben hat. Dazu gehört die Pflege des Geländes. Und dort, sagt Ursula Schmidt mit einem kleinen Seufzer, greife die Natur schon sehr um sich. „Mit den Brombeeren zum Beispiel, da werden wir fast irre.“

Was nicht heißen soll, dass die Waldwerk-Aktiven resignieren. Im Gegenteil: Sie schmieden Pläne für die Zukunft. Zum Beispiel für das kleine Häuschen neben dem eigentlichen Wasserwerk. Dort ist man dabei, ein kleines Labor samt Küche und Toiletten einzurichten. In diesem Jahr soll es fertig werden. Dann könnten dort Schulklassen und Kindergartengruppen mit Lupen und Mikroskopen hantieren und kleine Experimente durchführen, sagt die Vorsitzende: „Das fördert den Forschergeist.“

Zu verdanken ist das Labor vor allem einer Spende von Infraserv Höchst, dem Manager des Industrieparks. Wie hoch die Zuwendung ausgefallen ist, will Ursula Schmidt nicht verraten. Nur so viel: „Es reicht, um das Labor einzurichten.“ Außerdem investiere der Verein jede Menge ehrenamtliche Arbeit in das Häuschen. Vom Haupthaus aus wurde eine neue elektrische Leitung verlegt und eine neue Wasserleitung. Auch die Böden wurden erneuert, außerdem Toiletten eingebaut. Unterstützt wurde der Verein dabei von der gemeinnützigen Smart Work Frankfurt.

Durch Spenden finanziert

Vor dem Häuschen hat der Verein bereits das nächste Projekt in Angriff genommen: den Bau eines 50 Quadratmeter großen Teich-Areals, das ebenfalls durch Spenden finanziert wird. In dem naturbelassenen Gewässer sollen sich Kröten ansiedeln. Das biete sich auch im Hinblick auf die Krötenwanderung in der Oeserstraße an, sagt Harry Haarstark vom Geschichtsverein, der sich ebenfalls für den Erhalt des ehemaligen Wasserwerks engagiert.

Gespeist werden soll der Teich mit Regenwasser, vor allem vom Dach des Hauptgebäudes. Außerdem will man einen Reptilienhügel anlegen, etwa als Lebensraum für Eidechsen. Obwohl der Teich nur 1,50 Meter tief werden soll, musste der Verein eine Bombensondierung durchführen lassen. Zum Glück sei nichts gefunden worden, sagt Ursula Schmidt. Aus Kostengründen greifen die Ehrenamtlichen bisher selbst zu Schaufel und Spaten. Dabei gab es kürzlich ein paar Schrecksekunden, als die Freiwilligen beim Buddeln auf einen großen Metallgegenstand stießen. Schlummerte hier etwa doch eine Bombe? Dann aber entpuppte sich das verdächtige Ding als verrostetes Eisenfass.

Mit den neuen Attraktionen könne das „Waldwerk“-Gelände ein kleiner Ableger des „Stadtwaldhauses“ werden, hofft die Vereinsvorsitzende – wo Kinder und Jugendliche einen erlebnisreichen Tag im Wald verbringen könnten. Wie es kürzlich eine Gruppe des Kinderhauses Griesheim unter dem Motto „Käfer und Insekten zählen“ machte: Jede Menge Steine habe man dabei hochgehoben „und geguckt, was da kreucht und fleucht“, erinnert sich Ursula Schmidt.

Ein Höhepunkt: Auf einer Pfingstrose entdeckten die kleinen Besucher ein grün glänzendes Krabbeltier von beeindruckender Größe – einen Rosenkäfer. „Das ist einer der schönsten und spektakulärsten Käfer hier“, schwärmt die Vorsitzende. „Der sieht aus wie ein Smaragd.“ Solche Abenteuer soll es hier künftig öfter zu erleben geben – nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Schließlich, sagt Ursula Schmidt, biete der Verein Aktionen für alle Altersgruppen.

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