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Unmut über Verkehrskonzept für Griesheims Mitte

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Von: Holger Vonhof

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Die Stadt hat im Ortsbeirat ein Verkehrskonzept für Griesheims Mitte vorgestellt. Ortsbeirat sowie Bürgerinnen und Bürger haben sich mehr erhofft. Denn vieles ist noch unkonkret.

Mit fünf Personen ist das Stadtplanungsamt in die Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend gekommen. Ein „Verkehrskonzept für Griesheim“ ist angekündigt. Nachdem der knapp 15-minütige Vortrag, der einige Griesheimer zur Sitzung nach Höchst gelockt hat, vorüber ist, gibt es lange Gesichter. „Ich dachte, es geht um ganz Griesheim“, sagt ein Zuhörer, der nördlich der Mainzer Landstraße wohnt.

Vorgestellt wurde kein Konzept, sondern eine lose Ideensammlung, die in der LoPa zusammengetragen wurde. Die LoPa (Lokale Partnerschaft) ist ein Bürgerbeteiligungsinstrument im „Stadtumbau Griesheim-Mitte“, gefördert übers Programm „Wachstum & nachhaltige Erneuerung“. Einige Griesheimer Bürger:innen beteiligen sich daran und begleiten den Stadtumbau mit ihrer Ortskenntnis.

Eigentlich entscheidend ist das Stadtumbaumanagement, dessen Aufgabe die Präzisierung und Umsetzung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für das Gebiet Griesheim-Mitte ist. Und weil es nur für Griesheim-Mitte Fördergelder gibt, seien die Stadtteilbereiche zwischen Bahnlinie und Main (alter Ortskern, „Süd“) sowie nördlich der Mainzer Landstraße („Nord“) nicht berücksichtigt worden, erklärt Ursula Brünner vom Stadtplanungsamt.

Eine Liste von Verkehrs-“Mängeln“ ist erstellt worden, und dazu gehören in Griesheim-Mitte nach Meinung der LoPa außer dem hohen Parkdruck, der „funktionalen Mängel“ am Bahnhof, fehlender Wegeverbindungen, zu schmaler Straßen, fehlender oder nicht mehr zeitgemäßen Radwegen sowie schlechten Straßenbelägen auch die unzureichende Querungssituation der Mainzer Landstraße sowie der Bahnübergang Elektronstraße, vor dem täglich viele Menschen im Auto, auf dem Rad oder zu Fuß Stunde um Stunde warten. Beides, die Querungssituation und die Mainzer, sind später kein Thema mehr: Die große Durchgangsstraße liegt außerhalb des Planungsgebietes, beim Bahnübergang fühlt sich das Stadtumbaumanagement nicht zuständig.

Das ärgert Birgit Puttendörfer, Griesheimer SPD-Vorsitzende und stellvertretende Ortsvorsteherin im Ortsbeirat 6: „Ich dachte, sie machen sich auch mal Gedanken um die Straßen links und rechts davon“, kommentiert sie das Ergebnis. Auch stört sie, dass die ständig zugeparkten Gehwege der Eichenstraße kein Thema sind.

Dem Parkdruck im 128 Hektar großen und von 8100 Menschen bewohnten Griesheim-Mitte wollen die Planer mit Car-Sharing-Angeboten entgegentreten; für mehr Parkplätze gebe es weder Raum noch Fördermittel. „Ziel ist es, das Mobilitätsverhalten zu ändern“, erklärt Planer Frederik Lux. An der Waldschulstraße und der Kiefernstraße könnten insgesamt drei Car-Sharing-Angebote eingerichtet werden. Der Parkdruck, besonders östlich der Waldschulstraße, erklärt Lux, sei hausgemacht: Die Autos gehörten fast ausschließlich Menschen, die dort wohnen; 43 Prozent davon würden nicht am Tag bewegt.

Im Norden und Süden des Bahnhofs sollen Abstellmöglichkeiten für jeweils 100 Fahrräder geschaffen werden. Ein Entwurf für den nördlichen Bahnhofsvorplatz („Neue Mitte“) ist schon vorgestellt worden, aber es sei nicht klar, ob der so umgesetzt werde. Stattdessen geht es um die Sanierung der Baumscheiben in Lärchen- und Eichenstraße, wo Wurzelaufbrüche zu Stolperfallen werden. Die Parkplatzzahl dort soll erhalten werden.

Weiter ist man bei der Schaffung einer neuen Fußwegeverbindung von der Lärchen- über die Ahorn- und die Akazienstraße bis zur Mainzer Landstraße: Die Planung dafür soll ausgeschrieben werden. Eine zweite Fußwegeverbindung soll vom Sportplatz an der Ahornstraße über Froschhäuser und Sandäckerstraße führen.

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