2023 soll die Station barrierefrei werden.
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2023 soll die Station barrierefrei werden.

Griesheim

S-Bahn-Station in Griesheim soll 2023 fertig werden

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Das Unternehmen versichert, der Umbau der Griesheimer S-Bahnstation verschiebe sich maximal um fünf Monate. 2023 sollen die Arbeiten wie geplant abgeschlossen sein.

Stefan Schwinn betreut 950 Personenbahnhöfe. Einer davon ist dem Leiter des Regionalbereichs Mitte der DB-Tochter Station & Service bei Amtsantritt im April 2019 gleich aufgefallen: die S-Bahnstation in Griesheim. Deren barrierefreier Umbau ist ein Projekt, „dass durchaus optimaler laufen könnte“, sagt er am Dienstag in der Sitzung des Ortsbeirats 6 im Saalbau in Nied.

Das sehen die Griesheimer genauso. Nur formulieren sie es etwas drastischer. Zusammengefasst: Das Vertrauen in die Bahn ist verloren. „Wir glauben Ihnen gar nichts mehr“, wie es Ursula Schmidt vom Aktionsbündnis Bahnhof ausdrückt. Am Dienstag erweckt es jedoch den Anschein, als habe die Bahn die richtigen Lehren gezogen. „Das Projekt steht hoch im Kurs bei uns, gerade weil es bislang nicht so gut gelaufen ist“, versichert Schwinn. Er habe „personelle Weichen“ gestellt. Zum Beispiel „einen sehr erfahrenen Projektleiter“ beauftragt. Der heißt Peter Wöste und müht sich am Dienstag redlich, die Wogen zu glätten.

Im Grunde steht die Planung: Rund 15 Millionen Euro möchte die Bahn investieren, die Bahnsteige von 76 auf 96 Zentimeter erhöhen, damit Reisende besser in die S-Bahn gelangen. Die Unterführung auf der Westseite soll größer werden, die von der Autogenstraße auf den Mittelbahnsteig führt. Eine Künstlerin werde dort ein Bürgerprojekt zur Gestaltung verwirklichen.

Die Stadt hat auch was zu tun, muss unter anderem die Unterführung an der Westseite, nahe der Omegabrücke, sanieren und mit Aufzügen barrierefrei machen. Dort soll ein Künstlerwettbewerb eine endgültige Gestaltung ermitteln.

Aufzug soll nun woanders hin

Just die Aufzüge haben den Plan verzögert. Vielmehr: Dort wo einer der Fahrstühle stehen sollte, ist ein ICE auf den Bahnsteig gekracht. Ein Fahrfehler. Um das festzustellen, hat das Eisenbahnbundesamt zwei Jahre untersucht. Der Aufzug soll nun woanders hin. Noch dazu hat die DB Netz AG den Kollegen von Station und Service die für 2021 angemeldete Sperrpause verweigert. Stefan Schwinn seufzt.

Drei Komponenten seien notwendig, um Baurecht zu bekommen. Zunächst müssen die Bahner im Planfeststellungsverfahren gleich zwei Behörden überzeugen: das Regierungspräsidium in Darmstadt und das Eisenbahnbundesamt in Berlin. Zugleich müssen sie Streckensperren beantragen. Drei Jahre vorab. Nicht nur regionale Interessen spielen da rein – etwa die der rund 540 000 S-Bahnfahrer am Tag in Rhein-Main. Auch ICE-Züge fahren durch Griesheim. Dazu noch Regionalzüge, wenn andere Strecken Probleme haben. Und dann noch der europaweit zu planende Güterverkehr.

Und wenn das alles steht, muss die Bahn auch Baufirmen finden, die die Pläne umsetzen. Dazu bedarf es einer europaweiten Ausschreibung. Dass die nicht immer erfolgreich sind, erfährt die Stadt an vielen Projekten. Das Baugewerbe ist ausgelastet und wählerisch.

Gleichwohl sei die Verzögerung nicht dramatisch, es handele sich um fünf Monate, versichert Wöste. Die für 2022 angemeldete Sperrpause ist genehmigt, die Stadt könne also wie geplant an ihrer Unterführung bauen. Die Bahn ziehe ihren Teil 2023 nach. Den Vorgang der Inbetriebnahme möchte Wöste abkürzen, er soll nicht mehrere Monate dauern wie üblich. Die Lärmschutzwänden entlang der Schiene sollen 2023 kommen.

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