Polizeibeamte kontrollieren im Frankfurter Hafenpark die Einhaltung der Schutzbestimmungen.
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Polizeibeamte kontrollieren im Frankfurter Hafenpark die Einhaltung der Schutzbestimmungen.

Polizeieinsatz

Jagdszenen bei Corona-Kontrolle in Frankfurt-Griesheim

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Bei einem Einsatz in Frankfurt-Griesheim muss die Polizei einen Hubschrauber anfordern. Verdächtige bewarfen die Beamten mit Steinen und einer Hantelscheibe.

Nach dem Osterwochenende hat die Polizei in Hinblick auf die Einhaltung der Schutzbestimmungen eine überwiegend positive Bilanz gezogen. Die meisten Menschen in Hessen hätten sich an die Schutzbestimmungen und Auflagen gehalten, hieß es aus den Polizeipräsidien. In einem Fall in Frankfurt aber war eine Kontrolle komplett aus dem Ruder gelaufen und hatte einen Hubschraubereinsatz zur Folge.

Eine Streife hatte am Karfreitag in der Ahornstraße in Griesheim eine Personengruppe festgestellt, die sich nicht an die Auflagen im Zusammenhang mit der Pandemie hielt. Für die Kontrollen unterstützten zwei weitere Fahrzeuge des 16. Polizeireviers die Kollegen. Doch schon als die erste Streife aus dem Fahrzeug ausstieg, warfen Angreifer mit einem Stein ein Seitenfenster des Wagens ein. Die Besatzung einer weiteren Streife wurde beim Aussteigen nach Polizeiangaben direkt von etwa 20 Personen attackiert. Die Angreifer waren demnach mit Steinen, Dachlatten und Eisenstangen bewaffnet und bewegten sich drohend auf die Beamten zu. Als die Horde schließlich wegrannte und die Beamten die Verfolgung aufnahmen, wurden sie aus dem Hinterhalt mit einer fünf Kilo schweren Hantelscheibe beworfen, die jedoch niemanden verletzte. Mit Hilfe eines Polizeihubschraubers konnte schließlich eine Wohnung in der Ahornstraße lokalisiert werden, in die sich mehrere Tatverdächtige zurückgezogen hatten.

Waffen sichergestellt

Nachdem die Staatsanwaltschaft eine Durchsuchung angeordnet hatte, konnten in der Wohnung sechs Tatverdächtige im Alter zwischen 23 und 31 Jahren vorübergehend festgenommen werden. Dazu stellten die Beamten eine Vielzahl von verbotenen Waffen wie Dolche, Messer, Schlagringe, Schlaghölzer und Schreckschusspistolen sicher. Gegen die Männer wurden Strafverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung und gemeinschaftlicher Sachbeschädigung eingeleitet. Die festgenommenen Männer wurden zwar bald darauf wieder entlassen, die Polizei behielt aber das besagte Viertel in Griesheim über die restlichen Osterfeiertage im Auge und unterstützte das 16. Revier mit zusätzlichem Personal. „Das waren Maßnahmen, die in Richtung Objektschutz gehen“, so ein Polizeisprecher, der von einem „Hotspot“ sprach.

Von den Auseinandersetzungen in Griesheim abgesehen, blieb es aber in der restlichen Stadt ziemlich ruhig. Die meiste Arbeit hatten die Einsatzkräfte noch am sonnigen Samstag, als viele Menschen in der Innenstadt und am Main unterwegs waren. Vor der Kleinmarkthalle hatten sich ein paar Dutzend Menschen versammelt, die sich offensichtlich ihren Schoppen am Samstag nicht nehmen lassen wollten. Die Polizei fuhr dort mehrfach vor, weil immer wieder besorgte Anwohner angerufen und auf Verstöße gegen die Schutzbestimmungen aufmerksam gemacht hatten. „Solche Anrufe hatten wir in allen Stadtteilen“, so ein Polizeisprecher.

Eine Familie im Gänseblümchenmeer der Wallanlage.

Keine Probleme gab es hingegen auf dem Römerberg, wo sich am Samstag auch während des Großen Stadtgeläuts nur wenige Menschen aufhielten. Da war am Main schon mehr los und die Polizei patrouillierte dort auch mit Pferden. Anders als in der Ahornstraße zeigten sich die Menschen aber fast ausnahmslos verständnisvoll nach den Ermahnungen der Polizei. Einige Bußgelder aber seien doch verhängt worden. Eine abschließende Bilanz wollte die Frankfurter Polizei aber erst am Dienstag ziehen.

Von Oliver Teutsch

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