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„Gesicht zeigen, Leute kennenlernen“

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Von: Holger Vonhof

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Ein Dutzend Vereine sind am Samstag vor dem Saalbau dabei.
Ein Dutzend Vereine sind am Samstag vor dem Saalbau dabei. © Sven-Sebastian Sajak

Kleineres Stadtteilfest ist eine Alternative zur zweitägigen Sause am Mainufer.

Bis vor drei Jahren ist im Sommer immer das zweitägige Mainuferfest in Griesheim gefeiert worden – entlang der gesamten Mainpromenade des Stadtteils, vom Yachthafen bis zur Staustufe. Einmal fiel es „mangels Masse“ aus, dann zwei Mal wegen Corona. „Die Leute haben immer gefragt: Gibt es dieses Jahr ein Fest?“, sagt Ursula Schmidt, die Vorsitzende des Griesheimer Vereinsrings. Einen Grillstand, Kaffee und Kuchen, Getränke, etwas Musik – als klar gewesen sei, dass das trotz der Termindichte vor den Sommerferien auf die Beine zu stellen war, sei die Entscheidung gefallen, es zu versuchen, berichtet Schmidt.

Jetzt hat der Vereinsring am Samstag vor dem Saalbau am Schwarzerlenweg, also einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt, ein „Stadtteilfest“ gefeiert – „als Alternative“, nicht als Ersatz, wie Schmidt es ausdrückt. Es sind ein Dutzend Vereine dabei – ein Wiederanfang. Weil’s etwas kleiner ist, habe man sich für den Platz vorm Saalbau Griesheim entschieden, wo der Vereinsring sonst seinen Weihnachtsmarkt feiert. Und weil an dem Wochenende vor den Ferien die Konkurrenz immens war – sei es sogar schwierig geworden, die nötige Ausstattung bei den Getränkevertrieben zusammenzubekommen.

Ein bisschen stolz ist sie doch, dass es geklappt hat. Zwei Bands hat der Vereinsring engagiert: Nachmittags spielt die „Blue Bossa Band“, am Abend sind „Gerry and the Steamers“ dran. Zwischendrin treten die Garden des Griesheimer Karnevalvereins „Die Nasebaern“ auf und bekommen Applaus für ihre Tänze. Die kleinen Mädchen machen bei den Tänzerinnen große Augen, während die kleinen Jungs sich bei der Freiwilligen Feuerwehr und dem zur Besichtigung bereitgestellten Einsatzfahrzeug nicht sattsehen können.

Erwachsene können sich über Angebote und Aktivitäten in Griesheim informieren. Die Feuerwehr grillt; auch bei der Turnerschaft Griesheim nebenan gehen Brat- und Curry-Würste über die Theke. Es gibt lokale Produkte: Die Griesheimer SPD schenkt den Apfelwein, -saft und -secco der Griesheimer Kelterei Nöll aus und verkauft dazu Brezeln;

Pfarrerin Daniela von Schoeler, erst seit Dezember im Stadtteil, will beim Stadtteilfest „Gesicht zeigen, Leute kennenlernen“, wie sie sagt, und steht hinterm Stand ihrer Gemeinde, an dem Kinder Buttons drucken können und am Glücksrad drehen, und spricht mit Menschen, von denen sie viele zum ersten Mal sieht, weil Gelegenheiten zu Begegnungen gefehlt haben.

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