Griesheim

Zukunft der Chemie

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Bürger fordern einen Zukunftsplan für den Industriepark Griesheim.

Der Auftritt von Jürgen Vormann schlägt Wellen in Griesheim. Bei einer Diskussionsrunde der Gruppe Frankfurt-West in Höchst äußerte sich der Infraserv-Geschäftsführer recht deutlich zur Zukunft des Griesheimer Industrieparks. Und dann doch auch wieder nicht: Er halte es für unwahrscheinlich, dass Griesheim in zehn bis 15 Jahren noch als Chemiestandort genutzt werde. Seither grübeln die Menschen vor Ort, was Vormann im Schilde führt.

„Ein Bömbchen“ sei das, findet Ursula Schmidt, Sprecherin der Bürgerinitiative, die sich für ein wohnlicheres Griesheim einsetzt. Dass die Chemie keine Zukunft in Griesheim hat, sagt die BI schon seit Jahren. Spätestens seit die Carbon-AG 2016 ihren Standort dort geschlossen hat.

Nichtsdestotrotz findet auch Schmidt die Aussage bemerkenswert, die ganz sicher nicht in weinseligem Zustand spät abends gefallen sei. „Jetzt sind alle Beteiligten gefragt, sich an einen Tisch zu setzen und ein zukunftsfähiges Konzept für das Areal zu erarbeiten.“ Das sei immerhin rund die Hälfte der Griesheimer Gemarkung.

Wohnungsbau werde niemals dort möglich sein, sagt Schmidt. Der Altlasten wegen. Ein Chemieskandal sei deswegen aber auch nicht zu erwarten, die Nachsorge sei vertraglich mit dem Regierungspräsidium geregelt. Nun müssen aber Ideen her, welches Gewerbe sich künftig im Park ansiedeln könne.

Standortmanager schaffen

Immerhin gibt es den Etatantrag, die Stadt möge für das Gewerbegebiet Griesheim-Mitte inklusive Industriepark ein nachhaltiges Standortmanagement nach dem Vorbild des Standortmanagements Fechenheim-Nord/Seckbach einrichten. Nun müsse sich auch die Grundstückseigentümerin, die Clariant, mal äußern, wie es künftig weitergehen soll.

Schmidt erinnert an den Vorstoß der Lufthansa, die 2014 in Griesheim Wartungshallen für Flugzeugreparaturen aufstellen wollte. Clariant habe das aber nicht gut verhandelt, findet Schmidt.

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