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Die Griesheimer Modellbahntage im November, im Saalbau.

Griesheim

Anwohner weniger belasten

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Der Ortsbeirat 6 wünscht einen Runden Tisch zur Nutzung des Saalbaus. Zu viele große Veranstaltungen finden am Schwarzerlenweg statt, finden Bürger und Lokalpolitiker.

Das Bürgerhaus am Schwarzerlenweg ist das reinste Tollhaus. Finden zumindest manche Anwohner. „An jedem Wochenende bricht dort das Chaos aus“, sagt eine aufgebrachte Bürgerin. Veranstaltungen mit überregionaler Strahlkraft locken da unzählige Gäste an, meist kommen sie mit dem Auto und verstopfen die Straßen im Wohngebiet.

Dabei sei ein Bürgerhaus doch nicht dazu da, mit obskuren Vermietungen Geld einzunehmen. Vielmehr soll es für die Bürger da sein. Deswegen möge die Saalbau künftig die Menge der großen Veranstaltungen reduzieren. Das wünschen sich die Anlieger. Ihren Ärger hat der Ortsbeirat 6 in seiner jüngsten Sitzung aufgegriffen. Das Gremium hat einen entsprechenden Antrag der SPD mehrheitlich verabschiedet, lediglich die Linke hat nicht zugestimmt.

Es wirke so, als hätte es in den vergangenen Monaten mehr Veranstaltungen mit Belästigung der Anwohner und Behinderungen auf den umliegenden Straßen gegeben, so der Antrag. Bei mehreren Veranstaltungen habe gar die Polizei eingreifen müssen. Die Stadt soll nun zu einem Treffen einladen, bei dem die Teilnehmer verbindliche Regeln für die Vermietung des Hauses finden sollen, um künftig die Belastungen für die Anwohner in überschaubaren Grenzen zu halten.

Teilnehmen sollen die Saalbau, der Ortsbeirat, der Vereinsring, der Präventionsrat, die Lokale Partnerschaft Griesheim-Mitte und das 16. Polizeirevier. Außerdem hat die SPD eine Reihe von Fragen formuliert. Etwa, wie oft der große Saal 2018 vermietet gewesen ist. Und wie oft die Stadt das subventioniert hat, also vergünstigt an Vereine vermietet. Die Saalbau findet allerdings nicht, dass das Griesheimer Bürgerhaus über die Maße die Anlieger belästigt.

Ein Mal habe es Stress gegeben, sagt Andrea Lehr von der ABG Holding. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ist Eigentümerin der Saalbau und damit des Bürgerhauses. Ein Konsulat, eigentlich langjähriger Kunde und seriöser Mieter, habe die Macht des sozialen Netzwerks Facebook unterschätzt. Zur betreffenden Veranstaltung seien dann viel mehr Leute aufgetaucht als gedacht. Was auch kein Problem gewesen wäre, hätte nicht just kurz zuvor der übliche Sicherheitsdienst Insolvenz angemeldet.

Die Saalbau musste ein neues, mit der Situation vor Ort unerfahrenes, Unternehmen beauftragen. „Das war eine Ausnahme“, sagt Lehr. Ansonsten halte sich die Saalbau bei der Vermietung an die städtischen Richtlinien. Der Griesheimer Saalbau etwa werde nicht bis 2 Uhr nachts vermietet, um die Anwohner nicht über Gebühr zu belasten. 722 Personen passen maximal in den großen Saal. Im vergangenen Jahr ist der 248 Mal vermietet gewesen. „Das meiste sind allerdings Trainings“, sind Lehr.

Lediglich 31 Veranstaltungen hätten 500 und mehr Besucher gehabt, bei zehn davon war die Kapazitätsgrenze erreicht. Andrea Lehr wird grundsätzlich: Die Saalbauten sind dazu da, vielfältige Veranstaltungen von und für Frankfurter Bürger zu ermöglichen. Dabei sei das Haus Gallus nicht nur für die Bewohner des Stadtteils da, das Griesheimer Bürgerhaus nicht nur für die Griesheimer.

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