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Abbruch des Fiat-Geländes beginnt

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Von: Holger Vonhof

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Mit dem Abriss des einstigen Autohauses wird gerade begonnen.
Mit dem Abriss des einstigen Autohauses wird gerade begonnen. © Maik Reuß

Stadt schafft Platz an der Mainzer Landstraße für zwei neue Schulen und eine Kita. Da sich zwischenzeitlich Fledermäuse in die leerstehenden Gebäude einquartiert haben, wurde ein Fledermausturm errichtet.

Das ehemalige Fiat-Gelände ist bereits eingezäunt, Plakate eines Abbruchunternehmens hängen: In naher Zukunft wird das rund 2,7 Hektar große Grundstück an der Mainzer Landstraße / Ecke Elektronstraße sein Gesicht verändern. Die Werkshallen, Verkaufs- und Verwaltungsgebäude auf dem Areal, das die Stadt im Sommer 2020 gekauft hat, werden abgerissen.

Gebaut werden dort künftig eine Kita, eine Grundschule und eine weiterführende Schule. Die beiden Schulen sollen Ersatzneubauten für die Berthold-Otto-Schule und die Georg-August-Zinn-Schule sein, mit einer gymnasialen Oberstufe. In Griesheim soll so ein Bildungs-Campus von der Kita bis zum Abitur entstehen. Die Entscheidung, auf dem Gelände anders als ursprünglich angekündigt, keine neuen Schulen und damit auch kein neues Gymnasium zu bauen, sei eine gründliche Überlegung gewesen, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD): „In vielen Gesprächen mit Menschen im Westen habe ich festgestellt, dass das 2019 gegründete Gymnasium Römerhof gut angenommen wird und den Bedarf im Westen abdeckt.“

Dagegen gebe es eine steigende Tendenz bei der Nachfrage nach IGS-Plätzen, sagt die Stadträtin. Deshalb würden die bestehenden Schulen erweitert – sowohl die Georg-August-Zinn- als auch die IGS 15 werden zwei Züge mehr bekommen. Auch die Grundschule wird größer. „Sollte die Nachfrage nach Gymnasialplätzen wieder steigen, gibt es Ideen, auch dafür bestehende Schulen zu erweitern“, so Weber.

In Griesheim besteht bereits ein erhebliches Defizit bei der Versorgung mit Grundschulplätzen und Betreuungsangeboten in Kindertagesstätten, welchem auf diesem Wege abgeholfen werden soll. Das Quartier Griesheim-Mitte ist außerdem im November 2016 in das Bund-Länder Förderprogramm Stadtumbau Hessen aufgenommen worden, das heißt: Dort entstehen neue Wohnungen und damit noch mehr Bedarf an Kita- und Grundschulplätzen.

Bei dem Fiat-Areal handelt es sich um die einzige in Griesheim vorhandene zusammenhängende und nur gering baulich ausgenutzte Fläche mit entsprechender Größe. Vor dem Abriss ist im Februar eine besondere Artenschutzmaßnahme für Zwergfledermäuse umgesetzt worden, die sich die leerstehenden Gebäude zwischenzeitlich als Sommerquartier auserkoren hatten.

Weil zwischen Abriss und der geplanten Neubebauung mit den vorgesehenen Fledermauskästen, wie der Magistrat es in einem Bericht ausdrückt, „voraussichtlich eine längere Zeitspanne liegen wird“, sei als Ersatz ein „Fledermausturm“ in Leichtbauweise errichtet worden, der rundum mit Nistkästen ausgestattet ist. Der Erfolg der Maßnahme, also die angestrebte Besiedlung des Turms durch Zwergfledermäuse jetzt während der Sommermonate, wird von einem Fachgutachter überprüft. Denn: Alle heimischen Fledermausarten sind nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU streng geschützt.

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