Griesheim

Griesheim: Keine Chance für Hilfskonvoi

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Spenden sollten per Hilfskonvoi nach Rumänien gebracht werden. Wegen der Corona-Krise müssen die Hilfsgüter jetzt vorerst im Keller verstaut werden.

Eine große Last trägt Klaus-Dieter Then in diesen Tagen mit sich herum. Schon längst wollte der Leiter des Caritas-Sozialausschuss seiner Griesheimer Kirchgemeinde Mariä Himmelfahrt mit einem voll gepackten Kleinbus auf dem Weg nach Rumänien sein und zum 30. Mal Hilfsgüter in die Partnergemeinde Toplia bringen.

Rollstühle, Medikamente, ein Badewannen-Lifter zum vereinfachten Einstieg in die Wanne, Bettwäsche und Inkontinenz- sowie Pflege-Artikel, darunter Seife, Salbe und Desinfektionsmittel, außerdem Kleidung: Insgesamt rund 1000 Kilo Hilfsgüter wollte Then in die Kleinstadt am Rande des Karpaten-Gebirges bringen. Die Spenden stammen allesamt aus Privatbesitz, teils von verstorbenen Angehörigen, so etwa im Falle der Rollstühle und Pflege-Artikel.

Das Risiko ist zu hoch

Erstmals hätte Then Gemeindemitglied Norbert Walter begleitet. „Alles war schon fix und fertig und hat schön in einer Ecke gestanden“, sagt Then. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten sie stattdessen mit einem „eingespielten Team“ weiterer Helfer die Güter bis auf Weiteres im Keller des Josefshauses verstauen.

Der Transport in die Karpaten über insgesamt 1650 Kilometer, für die sie zwei Tage eingeplant hatten, ist abgesagt, weil die Grenzen dicht gemacht wurden. „Es ist schon ziemlich belastend, dass ich nicht durch Ungarn durchfahren kann und nicht nach Rumänien rein komme“, sagt der 74-Jährige. Andererseits sei es vernünftig, nicht zu fahren, um nicht unterwegs irgendwo gestoppt zu werden, oder womöglich nicht mehr zurück zu kommen.

„In Rumänien tobt das Virus auch“, berichtet Then. So hat er es von seinen Ansprechpartnern in Siebenbürgen erfahren. Sie seien zwar dringend auf die Hilfe aus Griesheim angewiesen, hielten es jedoch auch für richtig, keine Risiken einzugehen. „Man macht sich Gedanken, weil man nicht genau weiß, was dort los ist“, sagt er. Dabei habe er im Laufe der Zeit persönliche Verbindungen geknüpft. Seit 15 Jahren kenne er den Pfarrer der dortigen Gemeinde, den Kantor gar doppelt so lange. „Es ist immer eine innere Freude, wenn ich da ankomme“, sagt der pensionierte Elektriker.

Lebenswichtige Medikamente hat Then jetz verpackt und per Post verschickt. Insbesondere ein „Behindertenheim“, das er auch beliefert, sei auf die Arzneimittel angewiesen. Den gemieteten Kleintransporter konnte er stornieren. „Wir müssen jetzt warten, bis sich das alles normalisiert hat“, sagt Then. Dann könnten er und seine Helfer in kürzester Zeit aufbrechen. Nur der Sprinter muss erneut gemietet und die Medikamente nach ihrem Verfallsdatum kontrolliert werden.

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