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Viel Grün, viel frische Luft: Falkenberg.  Shiftphone, Hersteller von fairen Smartphones, hat hier seinen Firmensitz.

Fazit

Frankfurt wächst: Das Fazit zur FR-Serie

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Wachstum und kein Ende? Eine Bilanz unserer Serie, in der wir acht Wochen den Blick auf Frankfurt und sein Umland gerichtet haben

Frankfurt wächst“ haben wir unsere Serie genannt, die mit der heutigen Folge „Zurück aufs Land!“ zu Ende geht. „Frankfurt wächst“, weil das einen Zustand beschreibt, der unbestreitbar richtig ist.

Tatsächlich ist es in den zurückliegenden acht Wochen vor allem darum gegangen, die Grenzen dieses Wachstums auszuloten. Zu beschreiben, wohin die enorme Zuwanderung in den Ballungsraum führt und welche Folgen dieser Boom der Großstadt für das Umland hat. Und nicht zuletzt haben wir versucht, Lösungen aufzuzeigen, um mit den Herausforderungen fertig zu werden. Lösungen, über die durchaus gestritten werden kann und soll.

Das Interesse unserer Leserinnen und Leser an solchen Lösungen ist groß. Nicht zuletzt der Publikumsandrang bei unserem Stadtgespräch zur Entwicklung Frankfurts machte dies deutlich.

In der Stadt geht es vor allem darum, die Lebensqualität zu erhalten – und das, während gleichzeitig gar nicht genug Wohnungen gebaut werden können, um die Nachfrage auch nur annähernd zu befriedigen. Allein die Frage, wo neue Schulen für die große Schar von Kindern errichtet werden sollen, bringt Frankfurt an den Rand der Handlungsfähigkeit. Zu langsam geht die Umstellung auf eine neue, klimaverträgliche Mobilität vor sich, scheinbar utopische Modelle wie der Bau von Seilbahnen erscheinen da plötzlich als reale Möglichkeit, Teil einer Lösung zu werden.

Dies alles geschieht vor den immer spürbarer werdenden Auswirkungen des Klimawandels, der ein Leben in der Stadt auf lange Sicht nahezu unerträglich zu machen droht.

Wachstum der Stadt trifft auch das Umland

Das Wachstum der Stadt trifft auch das Umland. Wo Sand gebaggert wird, muss der Wald weichen – Sand, der für den Bau neuer Häuser unabdingbar scheint. Das Wasser, das in Frankfurt reichlicher als andernorts in Hessen aus der Leitung fließt, stammt zum größten Teil aus dem Hessischen Ried und dem Vogelsberg. Dort leidet die Natur, droht Raubbau. So ist beim Verbrauch der Ressourcen ebenso ein Umdenken geboten wie bei der Weiterentwicklung von Wohnen und Mobilität.

Ist Ausweichen eine Lösung? Raus aus der Stadt, hinaus aufs Land, wie es vor Jahrzehnten schon einmal der Trend war?

Das Land immerhin versucht – in bescheidenem Umfang – dorthin zu steuern. 3000 Arbeitsplätze aus der Landesverwaltung sollen aus dem Ballungsraum hinaus in die Regionen verlagert werden. Das ist vor allem ein Signal, aber sicher noch keine Lösung. Doch attraktiv scheint ein Blick in die Peripherie allemal zu sein.

Dabei ist das Land schon lange nicht mehr nur ländlich. Landwirtschaft verliert auch abseits der Zentren immer weiter an Bedeutung, der Ausbau von Breitbandnetzen eröffnet den Unternehmen und Arbeitnehmern neue Möglichkeiten der Vernetzung. Technisch spielt es kaum noch eine Rolle, ob ein Planungsbüro oder eine Hightechfirma wie der Handy-Hersteller Shiftphone nun in Frankfurt, Fulda oder in Falkenberg seinen Sitz hat.

Gleichzeitig blutet das Land weiter aus, ziehen die Menschen der Arbeit wegen Richtung Großstadt. Um gegenzusteuern, sind neue Antworten nötig auf Fragen, die sich durch den Wegzug stellen.

Welche Chancen liegen in der stärkeren Kooperation?

Wie kann die Versorgung mit Gesundheitsleistungen auch in der Fläche gesichert werden? Schaffen es die Gemeinden und Landkreise, ein Mindestmaß an Mobilität jenseits des Individualverkehrs aufrechtzuerhalten? Welche Chancen liegen in der stärkeren Kooperation der Kommunen etwa bei der Verwaltung oder der Wasserversorgung und dem Unterhalt von Bürgerhäusern, Sportanlagen, Schulen und Freizeitbädern?

Längst nicht auf alles gibt es Antworten. Die richtigen Fragen zu stellen kann immerhin helfen, nach diesen Antworten zu suchen. Die Zeit drängt.

Acht Wochen lang haben wir einige Schlaglichter gesetzt und den Blick dorthin gerichtet, wo uns die Probleme am drängendsten scheinen oder die Lösungen am spannendsten. Acht Wochen lang haben wir versucht, Einblick in die Zukunft der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main zu geben und dabei aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Fragen aufgeworfen, als es Antworten gibt.

Mit dem Ende der Serie endet keinesfalls die Aufgabe, weiter zu berichten, Fragen zu stellen, Lösungen zu diskutieren, Antworten zu geben. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern an der Zukunft zu arbeiten.

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