Frankfurt

Mit dem Kulturticket gratis in den Frankfurter Zoo - und alle Museen

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Kulturdezernentin Ina Hartwig hat ihr Konzept für ein Kultur- und Freizeitticket für Kinder und Jugendliche vorgestellt. Damit sollen Minderjährige künftig keinen Eintritt mehr für Zoo und Museen zahlen.

Kinder und Jugendliche sollen in Frankfurt künftig nicht nur kostenlos die städtischen, sondern alle Museen der Stadt sowie den Zoo besuchen können. Dafür soll noch in diesem Jahr ein neues Kultur- und Freizeitticket eingeführt werden, das den freien Eintritt ermöglicht. Kulturdezernentin Ina Hartwig und Oberbürgermeister Peter Feldmann (beide SPD) stellten am Mittwoch ein entsprechendes Konzept vor, das nun dem Magistrat zur Abstimmung vorliegt. Nach Zustimmung der Stadtverordneten könne das Ticket bereits zeitnah nach der Sommerpause erhältlich sein, stellte Feldmann in Aussicht.

Kinder und Jugendliche, die in Frankfurt leben oder hier zur Kita oder in die Schule gehen und deren Eltern gemeinsam nicht mehr als 4500 Euro netto im Monat verdienen, sollen das Ticket kostenlos bekommen und bis zur Vollendung ihres 18. Lebensjahres nutzen können. Für alle anderen Familien sieht Hartwigs Konzept einen jährlichen Ticketpreis von 19 Euro vor. Das entspreche „in etwa einem Zoo- oder Museumsbesuch pro Quartal zu ermäßigtem Eintritt“, so Hartwig. Die den Museen entgehenden Eintrittsgelder übernimmt die Stadt, die dafür mit einem jährlichen Millionenbetrag rechnet.

Ina Hartwig: Freier Eintritt gilt seit 2017

Die neuen Tickets im Scheckkartenformat sollen „einfach und unbürokratisch“ online beantragt werden können, sagte Hartwig. Technisch werde dabei auf „bewährte Infrastruktur“, etwa der Museumsufercard, zurückgegriffen. Einkommensnachweise müssen Familien nicht einreichen. Mit einer Selbsterklärung zum Einkommen müssten Eltern aber ihr Einverständnis für eine „stichprobenartige Anforderung von Nachweisen“ erteilen.

In den 16 städtischen Museen gilt der freie Eintritt für Minderjährige bereits seit Anfang 2017. Seither seien die Besuchszahlen von Unter-18-Jährigen um mehr als 50 Prozent gestiegen, sagte Hartwig. „Der Zuwachs zeigt, dass junge Menschen durch Kultur tatsächlich erreichbar sind.“ Deshalb wolle man dieses Konzept nun auf die nichtstädtischen Häuser ausweiten, darunter etwa Schirn und Städel, Senckenbergmuseum, Filmmuseum und das Museum für Kommunikation.

„Menschen für Kultur begeistern“

„Wir wollen alle Menschen für die Kultur begeistern“, sagte Hartwig und betonte, mit dem neuen Kultur- und Freizeitticket insbesondere auch jene Familien zu einem Besuch von Museen ermuntern zu wollen, die diesen aufgrund einer „Schwellenangst“ bislang ferngeblieben seien. Das Ticket führe junge Menschen an die Kultur heran und sei so eine „kultur-, sozial und bildungspolitische Maßnahme“, so Hartwig.

Mit dem nun vorliegenden Konzept wird ein Beschluss der Koalition aus dem Dezember 2018 umgesetzt. Feldmann und Hartwig stellten das Ticket in eine Reihe mehrerer Schritte, die Frankfurt zu „einer der familienfreundlichsten Städte Deutschlands“ machen sollen. So werden bereits seit vergangenem Sommer keine Kindergartengebühren mehr erhoben. Seit Februar können Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren außerdem kostenlos ins Schwimmbad gehen.

Im November 2019 wurde das Kultur- und Freizeitticket beschlossen.

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