Die erste öffentliche Luftpumpe mit fest installierter Scheide. Toll.
+
Die erste öffentliche Luftpumpe mit fest installierter Scheide. Toll.

Innenstadt

Erste-Hilfe fürs Fahrrad

Jetzt werden Frankfurter Fahrräder noch leichter: Niemand braucht mehr Pumpen mitzuschleppen, denn die Stadt nimmt die erste öffentliche Luftpumpen-Station an der Hauptwache in Betrieb.

Von Rebecca Koch

Das kennt wohl jeder. Im einen Moment radelt man noch fröhlich durch die Stadt und dann geht plötzlich gar nichts mehr. Unbemerkt ist die Luft aus den Rädern entwichen, das Treten der Pedale geht nur noch mühselig, und man kommt kaum vorwärts. Was macht man da?

Entweder das Rad stehen lassen und zu Fuß gehen oder die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Vielleicht auch das Gefährt unter den Arm klemmen und in die nächste Werkstatt transportieren. Aber das alles nimmt unnötig Zeit in Anspruch. Das soll jetzt vermieden werden. Platte Reifen und andere Pannen sind in Frankfurt bald kein Problem mehr.

Frankfurts Bürgermeisterin Jutta Ebeling (Grüne) hat an der Hauptwache eine öffentliche Luftpumpstation in Betrieb genommen, die das Radfahrbüro gemeinsam mit der Firma Orion-Bausysteme aus Biebesheim entwickelt hat. Mit weißem Tuch und einer roten Schleife ist sie verpackt, die fest im Boden verankerte Pumpstation „Beta-Air“. Sie ist das erste von sechs geplanten Modellen. Nach der feierlichen Enthüllung scharen sich auch schon die ersten Pedalisten um die Attraktion. Aber nicht nur die Pumpe findet Anklang.

Neues Service-Netzwerk

Der ADFC begleitet die Inbetriebnahme mit einem kostenlosen Service-Check für alle Fahrräder und bietet gleichzeitig eine Codierung an. Dabei erhält das Rad eine verschlüsselte Markierung, die der Polizei die Wohnadresse des Besitzers verrät. So kann der Eigentümer eines gestohlenen Rades, wenn es wiedergefunden wird, ermittelt werden.

Außerdem plant die Stadt den Ausbau eines Fahrrad-Service-Netzwerks. Damit können Unternehmen und Institutionen, aber auch Restaurants, Cafés und Einkaufsgeschäfte sich an der Ersten Hilfe für Pedalisten beteiligen. Die ersten 25 Teilnehmer bekommen die Ausstattung und ein Erste-Hilfe-Kit kostenlos. Darin enthalten sind alle für den Notfall wichtigen Materialien zur Fahrradreparatur, wie Luftpumpe, Flickutensilien und andere Werkzeuge.

Pannenhilfe mit Google Maps

Kommt man abends aus dem Kino und stellt fest, dass der Reifen platt oder eine Schraube locker ist, kann man sofort den nächsten Service-Partner aufsuchen. Die Plakette des Radfahrbüros, ein blauer Aufkleber mit der Aufschrift „Fahrradpanne? Hier wird geholfen!“ ist Erkennungszeichen der Retter in der Not.

Handybesitzer mit Internetzugang haben es besonders einfach: Sie müssen nur auf Google Maps nach dem nächsten Standort suchen. Ein erster Partner steht auch schon fest: die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, die die Verkehrsinsel an der Hauptwache betreibt. Um das Radfahren in Frankfurt angenehmer und unkomplizierter zu gestalten, sollen noch viele folgen. Schließlich will nicht jeder immer eine eigene Werkzeugtasche mitschleppen müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare