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Gold für die Frankfurter „GemüseheldInnen“

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Von: Thomas Stillbauer

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Der „Wiesengarten“ der GemüseheldInnen in der Grünen Lunge im Nordend.
Der „Wiesengarten“ der GemüseheldInnen in der Grünen Lunge im Nordend. © Michael Schick

Eine bundesweite Umweltkampagne zeichnet den „Wiesengarten“ der Initiative aus. Dort wächst weniger Gemüse - dafür manch anderes.

Eine Naturgarten-Prämierung in Gold hat die Initiative „GemüseheldInnen Frankfurt“ erhalten. Die Umweltkampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“, gefördert vom Bundesprogramm Biologische Vielfalt, zeichnete damit den „Wiesengarten“ der Initiative aus. Er liegt im öffentlich zugänglichen Teil der sogenannten grünen Lunge im Frankfurter Nordend und wird dort von großen Bäumen beschattet. „Nicht die besten Voraussetzungen für intensiven Gemüseanbau“, konstatiert Mitgründerin Chris Kircher. Also konzentrierte sich das Team dort weniger aufs Gemüse, sondern setzte sich von Anfang an mehr mit der Biodiversität im Garten auseinander: Die natürliche Vielfalt zu fördern, war das Ziel vor Ort.

„Wer den Wiesengarten durch das immer offene Tor betritt, sieht sich inmitten eines alten Baumbestands, bunten Beeten und vielfältigen Strukturen“, beschreiben die GemüseheldInnen. Gemüsebeete wechselten sich ab mit Totholzbereichen, sogar eine Wurmfarm gebe es dort, ein Feuchtgebiet und eine Wildwiese. Der Schwerpunkt liege auf der Förderung einheimischer Wildpflanzen, darunter essbare und vom Aussterben bedrohte Sorten wie der „Gute Heinrich“, eine alte, einst weit verbreitete Spinatpflanze.

Die GemüseheldInnen betreibe mit einer ganzen Reihe von Gemeinschaftsgärten ein sowohl soziales wie auch dem Klima- und Umweltschutz verpflichtetes Konzept. In ihren Permakultur-Naturgärten wie dem „Wiesengarten“ würden ausschließlich natürliche Dünger und keinerlei Gifte verwendet. Zu den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählen auch die Laufkäfer, die gerne Schneckeneier und junge Schnecken fressen.

Lernort für Permakultur

Die Permakultur setzt auf Nachhaltigkeit, indem sie möglichst eng an die natürlichen Abläufe in Ökosystemen angelehnt ist. Der „Wiesengarten“ der Gemüseheld-Innen dient auch als ein Lernort mit Permakultur-Lehrpfadschildern, es gibt Führungen und Workshops. Den verdienten Lohn überreichten nun John Dippell (BUND Frankfurt) und Heike Doussier, beide Gutachter der Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“, an die Gartenverantwortlichen Chris Kircher und Georg Heunoske: eine Urkunde über die Gold-Prämierung.

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