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Die Besucher kamen nahe an die Bilder heran, doch dort war der Andrang groß.

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Van Gogh-Ausstellung im Städel in Frankfurt bricht alle Rekorde

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Über eine halbe Million Menschen wollen die Bilder des berühmten Impressionisten sehen.

Die Van-Gogh-Ausstellung im Städel hat alle bisherigen Rekorde des Museums gebrochen. Mit einer Vorbereitungszeit von fünf Jahren war es nicht nur die aufwendigste Ausstellung, die jemals am Schaumainkai präsentiert wurde, sondern mit 505 750 Besuchern auch die am besten besuchte in der Geschichte des Hauses. Damit ließ die am Sonntag zu Ende gegangene Ausstellung auch frühere Publikumsmagneten wie 2015 Monet mit 432 121 Besuchern und 2009 Botticelli (367 033 Besucher) deutlich hinter sich.

Die Ausstellung „Making van Gogh – Geschichte einer deutschen Liebe“ beleuchtete die Entstehung des Mythos van Gogh um 1900 sowie die Einflüsse des Malers auf deutsche Impressionisten. Für die Schau hatte das Städel 120 Gemälde, davon 50 zentrale Werke von Vincent van Gogh, aus aller Welt zusammengetragen. Es wurde die umfangreichste Van-Gogh-Präsentation in Deutschland seit fast 20 Jahren. Für die aufwendige Ausstellung erntete das Städel Lob und Anerkennung von Experten und Laien. „Das Konzept von ,Making van Gogh‘ ist aufgegangen“, sagte Städel-Direktor Philipp Demandt erfreut.

Wegen des zu erwartenden Andrangs hatten sich die Museumsmitarbeiter viele Gedanken gemacht, wie die Besucherströme am besten zu lenken seien. So wurde die Ausstellung als erste Sonderschau überhaupt in den Gartenhallen präsentiert. 

Andrang teilweise immens

Doch auch dort war der Andrang teilweise immens: Bis zu 7500 Besucher am Tag kamen ins Städel. Um den Andrang in den Griff zu bekommen, gab es beim Einlass teilweise Wartezeiten. Denn der Sicherheitsdienst hatte zur Auflage gemacht, dass sich maximal 1000 Menschen gleichzeitig in den Gartenhallen aufhalten durften. Besonders groß war das Interesse rund um Weihnachten, an den Wochenenden und in den letzten Tagen der Ausstellung, die seit dem 23. Oktober gelaufen war. „Wer im November kam, hatte bestimmt seinen ,lonely van-Gogh-Moment‘“, sagte Städel-Sprecherin Franziska von Plocki.

Beliebt bei den Besuchern war auch der kostenfreie Audio-Guide per App, den Schauspieler Lars Eidinger eingesprochen hatte. Die App wurde mehr als 100 000-mal heruntergeladen. Noch größeren Anklang fand der Podcast, den das Städel aufwendig produziert und angeboten hatte. Die Geschichte des Gemäldes „Bildnis des Dr. Gachet“ wurde bislang 210 000-mal gestreamt. Es war der erste Podcast des Museums, soll aber nicht der letzte gewesen sein. „Wir wollen an dem Format dranbleiben“, versprach von Plocki.

Drei Tage nach der Ausstellung sind die kostbaren Leihgaben längst wieder in Kisten verpackt. „Die Bilder werden vermisst“, sagte von Plocki. Wer von Impressionisten nicht genug bekommt, kann sich schon auf die große Frühjahrsschau im Städel freuen. Vom 19. März an wird sich die Ausstellung „En Passant“ Skulpturen von Künstlern wie Edgar Degas, Auguste Rodin und Medardo Rosso widmen.

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