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Götz von Stumpfeldt lebt erst seit 2019 in Frankfurt. Nun steht er mit Julia Frank an der Spitze des Grünen-Kreisverbands.
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Götz von Stumpfeldt lebt erst seit 2019 in Frankfurt. Nun steht er mit Julia Frank an der Spitze des Grünen-Kreisverbands.

Grüne

Götz von Stumpfeldt neuer Grünen-Chef in Frankfurt

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Julia Frank hat als Sprecherin der Frankfurter Grünen nun Götz von Stumpfeldt an ihrer Seite. Der 56-Jährige gewann die Abstimmung um den vakanten Vorstandsposten.

Götz von Stumpfeldt steht künftig mit Julia Frank an der Spitze der Frankfurter Grünen. Der 56 Jährige setzte sich am Samstag bei einer Kreismitgliederversammlung mit 88 zu 62 Stimmen gegen Klaus Lengefeld durch. Acht Parteimitglieder wollten keinen der Kandidaten. Neun enthielten sich der Stimme. Der Sachsenhäuser folgt als Sprecher des Kreisverbands auf Daniel Frank (nicht verwandt mit Julia Frank), der im September nach Übergriffen nach einer Wahlparty als Sprecher des Kreisverbands zurücktreten musste. Der Posten war seitdem vakant. Als Folge des Vorfalls wird eine Kommission unter anderem einen Kodex zum Umgang mit solchen Situationen erarbeiten,

Stumpfeldt lebt erst seit 2019 in Frankfurt, hat aber bereits am Kommunalwahlprogramm mitgearbeitet. Zuvor hatte er sich unter anderem in Berlin und in Mainz ehren- und hauptamtlich politisch engagiert. Vor seiner Rückkehr zur Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), arbeitete er für das rheinland-pfälzische Umweltministerium.

Neuer Grünen-Chef in Frankfurt hält Partei für zu akademielastig

Er werde sich mit seinen Erfahrungen einbringen, um die Grünen als Partei noch besser zu machen, kündigte von Stumpfeldt bei dem Parteitag an, der wegen der Pandemie online stattfand. Nötig sei es etwa, dass der Kreisverband diverser werde. Nicht zuletzt seien die Grünen sehr „akademikerlastig“. Der Vater dreier erwachsener Kinder, der rudert und joggt, will die Kommunikationsstrukturen verbessern, neue Formen der Teilhabe im Kreisverband ausprobieren.

Schon als er 1989 als Student in Berlin in die Partei eintrat, habe er für Umwelt- und Klimaschutz, Teilhabe und gegen soziale Ausgrenzung gekämpft, sagte von Stumpfeldt. In den nächsten Jahren werde es wichtig sein, dass sich die Frankfurter Grünen dafür einsetzen, dass die von der neuen Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt vereinbarten Ziele, etwa das Vorhaben, die Stadt klimaneutral zu machen, auch erreicht werden. Auf eine Frage hin warb er für ein Monitoring zur Einhaltung der Klimaschutzziele und zu den Kohlendioxid-Emissionen in Frankfurt.

Omid Nouripour und Deborah Düring verteidigen den Koalitionsvertrag

Klaus Lengefeld, der ebenfalls für die GIZ tätig war, hatte für sich als „echten Teamplayer“ geworben, der keine Selbstdarstellung brauche. Der 66-Jährige, der erst vor zwei Wochen als Landessprecher kandidierte, versprach, sich für mehr Geschlossenheit und Zusammenhalt in der Partei einzusetzen.

Vor dem Wahlgang hatten die Bundestagsabgeordneten Deborah Düring und Omid Nouripour den Koalitionsvertrag mit SPD und FDP verteidigt. Darin stehe ganz schön viel Gutes, sagte sie. Und wies etwa auf die Abschaffung des Paragrafen 219a, die geplante Kindergrundsicherung und den Kohleausstieg im Jahr 2030 hin. Er lobte etwa die Abschaffung des Verbots von Mehrstaatlichkeit und das geplante Rüstungsexportkontrollgesetz.

Grüne in Frankfurt hadern mit den Passagen zur Verkehrspolitik im Koalitionsvertrag

Am schwersten tun sich beide mit den Festlegungen zur Verkehrspolitik. Da stünden Dinge drin, die weh tun, sagte Düring. Auch wenn etwa vereinbart sei, dass der Ausbau von Schienen Priorität vor dem Ausbau von Straßen habe. Die Koalitionspartner meinten, sie müssten die Autoindustrie stärken, sagte Nouripour. Und versprach, die Grünen-Fraktion im Bundestag werde hart dagegenhalten, wenn der künftige Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) anfange, zu spinnen. Die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer machte angesichts einer Abstimmung im Lübcke-Untersuchungsausschuss klar, dass es nicht gehe, die AfD als Mehrheitsbeschaffer zu nutzen. Sie nannte den Vorgang „unsäglich“. Nun gelte es, in Gesprächen mit den anderen demokratischen Fraktionen sicherzustellen, dass so etwas nicht mehr passiert.

Inhaltlich beschlossen die Grünen einen Antrag zur Erstellung eines Masterplans für nachhaltige Rechenzentren. Dieser soll in gleichberechtigter Zusammenarbeit von Planungs- und Umweltdezernat erarbeitet werden – und über eine Vorlage zur Clusterung der Rechenzentrenstandorte hinausgehen. Zentral ist für die Grünen, dass die Stadt die Ansiedlung so steuert, dass die Frankfurter Klimaziele und Klimaschutzkonzepte eingehalten werden.

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