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Professor Benjamin Ortmeyer gehört zu den Kritikern.

Goethe-Universität 

Umstrittene Lounge in Goethe-Uni wird umbenannt

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Der Universitätsraum trägt künftig nicht mehr den Namen des ehemaligen NSDAP-Mitglieds Adolf Messer.

Fast vier Jahre dauerte die Auseinandersetzung um den Namen eines Aufenthaltsraums am naturwissenschaftlichen Campus der Goethe-Universität im Stadtteil Riedberg. Seit gestern nun ist sie entschieden. Die nach dem umstrittenen Industriellen Adolf Messer benannte Lounge, soll künftig wieder den schlichten Namen „Common Room“ tragen. Darüber informierte das Universitätspräsidium am vergangenen Mittwoch den Senat. Damit kommt das Präsidium einer Forderung von Studierendenvertretern und Senat nach.

Der Streit um den Namen des Gemeinschaftsraums hatte sich nach dessen Umbenennung in „Adolf-Messer-Stiftungs-Lounge“ im Jahr 2015 entzündet. Die Universität hatte eigenen Angaben zufolge mit der Namenswahl das mehr als zwei Jahrzehnte währende Engagement der Stiftung an der Goethe-Universität würdigen wollen.

Die Benennung des Raumes nach Adolf Messer war schon kurze Zeit später von Studierenden und Lehrenden scharf kritisiert worden. Hintergrund ist die Vergangenheit des aus Hofheim stammenden Unternehmers Adolf Messer, der bereits im Jahr 1933 der NSDAP beigetreten war und während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter einsetzte. Dem Uni-Präsidium wurde vorgeworfen, aus Angst vor dem Verlust von Stiftungszuwendungen an dem umstrittenen Namen festzuhalten.

Die nun anstehende Umbenennung begründet das Uni-Präsidium auf FR-Anfrage damit, dass diese dem Wunsch der studentischen Fachschaften am Campus Riedberg entspreche.

Zeitgleich mit dem Beschluss zur Umbenennung teilte das Präsidium mit, dass die Adolf-Messer-Stiftung künftig keinen eigenen Preis für Nachwuchswissenschaftler an der Goethe-Universität mehr vergeben werde. Die Stiftung habe jedoch betont, dass sich die Goethe-Universität auch weiterhin mit Förderanträgen an die Stiftung wenden könne, heißt es seitens des Präsidiums.

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