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Goethe-Uni stärkt den unternehmerischen Ansatz mit neuem DIgital-Chef

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Von: George Grodensky

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Ulrich Schielein kümmert sich ums Digitale. Foto: Goethe-Universität
Ulrich Schielein kümmert sich ums Digitale. © Goethe-Universität

Ulrich Schielein kümmert sich als Vizepräsident an der Goethe-Uni künftig um die Digitalisierung. Der Neue ist Berufspraktiker, kein Akademiker.

Die Frankfurter Goethe-Universität bekommt einen CIO. Das ist ein Chief Information Officer, also der IT-Leiter. Ulrich Schielein tritt seinen Dienst am 1. Mai an. Schielein soll eine übergreifende Digitalisierungsstrategie für die Hochschule entwickeln. Der 55-Jährige verantwortet damit den gesamten IT-Bereich, die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur, auch das Hochschulrechenzentrum, die Universitätsbibliothek und das „Studium Digitale“.

Weil das ein recht üppiges Programm ist, wirkt Schielein fortan als hauptamtlicher Vizepräsident. Das Präsidium hat damit wieder sechs Mitglieder: den Präsidenten, vier Vizes und den Kanzler. Die neue Personalie sei ein „klares programmatisches Bekenntnis zur Digitalisierung“, meint die Universitätsleitung. Trotzdem ist der Schritt, Fachwissen von außerhalb der akademischen Welt einzuholen, ungewöhnlich. Aber kein Wagnis, versichert die Uni.

Schielein bringe Erfahrung aus seiner Zeit in der öffentlichen Verwaltung bei der Bundesagentur für Arbeit mit, wo er bereits mit dem Thema computerbasierte Aus- und Weiterbildung befasst war. Außerdem habe er viele Jahre als Berater, auch international, in Unternehmen der öffentlichen Hand und in der Privatwirtschaft gewirkt.

Sein Fokus habe schon immer auf Themen wie Digitalisierung oder dem effizienten und effektiven Einsatz von Informationstechnologien gelegen, sagt Schielein. Darin habe er in fast 30 Jahren Berufsleben Erfahrungen gesammelt. Er habe Kunden von der Formulierung von Strategien bis zur Umsetzung komplexer Transformationen begleitet. Das umfasse nicht nur die Einführung neuer Technologien, sondern auch neuer Arbeitsformen sowie das Veränderungsmanagement. Die Erfahrung aus häufig wechselnden Kundensituationen während seiner Beraterzeit werde ihm helfen, sich rasch in die Spezifika einer Universität einzuarbeiten.

„Mich reizt es, an zentraler Stelle zur weiteren Digitalisierung unserer Gesellschaft beizutragen“, sagt er. Seine neue Aufgabe wolle er nicht als Alleinunterhalter angehen, sondern „gemeinsam mit dem Präsidium“ und den anderen universitären Gremien. Nichts weniger als „ein Aushängeschild einer führenden exzellenten Universität“ solle die Digitalisierung der Goethe-Universität in all ihren Dimensionen für Forschung, Lehre und Verwaltung werden.

Digitalisierung solle helfen, Prozesse für Forschende, Lehrende, Studierende und Mitarbeitende in der Verwaltung zu vereinfachen und zu automatisieren sowie neue Zugangsmöglichkeiten zu schaffen. „Zudem trägt sie zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen bei und ermöglicht benachteiligten Gruppen eine bessere Teilhabe.“

Entscheidung mehrheitlich

„Wir haben mit Herrn Schielein eine außerordentlich kompetente Persönlichkeit für die künftige Präsidiumsarbeit gewonnen“, freut sich Unipräsident Enrico Schleiff. „Einen Experten für das ganze Themenfeld der Digitalisierung.“ Schielein werde mit dem „stärker akzentuierten unternehmerischen Hintergrund“ neue Impulse für die Universität bringen.

Einstimmig ist die Entscheidung des Senats in der Frage indes nicht gewesen. „Mehrheitlich“ habe der erweiterte Senat zugestimmt, berichtet Schleiff. Dem neuen Vize dankt der Präsident schon mal vorsorglich, „dass er sich auf das Experiment der Arbeit an einer der größten deutschen Universitäten einlässt“.

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