Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das Goethe-Haus kurz vor der Einweihung 1951.
+
Das Goethe-Haus kurz vor der Einweihung 1951.

Kultur

Goethe-Haus feiert Jubiläum

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
    schließen

Vor 70 Jahren wurde das Geburtshaus Goethes in Frankfurt originalgetreu wieder aufgebaut

Das Goethe-Haus am Großen Hirschgraben ist ein Publikumsmagnet. Unzählige Touristen, auch manche Einheimische, flanieren dort hindurch und schauen sich an, wie der Dichterfürst seine Kindheit und den größten Teil der Jugend verbracht hat. Das Gebäude ist allerdings keineswegs so original, wie es scheint. Es ist eine Rekonstruktion. Im März 1944 wurde es beim Luftangriff völlig zerstört. Vor 70 Jahren hat die Stadt das originalgetreu wiederaufgebaute Haus eröffnet.

Das Freie Deutsche Hochstift widmet der 1951 weltweit beachteten Wiederöffnung des Goethe-Hauses am kommenden Montag, 10. Mai, einen Vortrag im Live-Stream mit dem Architekten Wolfgang Voigt sowie eine Online-Ausstellung mit zahlreichen Briefen, Fotos, Aufsätzen und Zeitungsartikeln.

Dem Entschluss zur Rekonstruktion war eine lebhafte Debatte vorausgegangen. Es war die erste landesweite Diskussion darüber, wie mit dem zerstörten historischen Erbe nach dem Krieg umgegangen werden soll. Stadtbaudirektor Werner Hebebrand und Stadtbaurat Eugen Blanck lehnten den originalgetreuen Wiederaufbau ab. Eine Umfrage unter Architekten und Kunsthistorikern (alles Männer) ergab ein ähnliches Bild.

Das FEST

Den Festvortrag zu 70 Jahre Goethe-Haus hält Wolfgang Voigt am Montag, 10. Mai, 19 Uhr. Joachim Seng, Leiter der Bibliothek, und Kunsthistorikerin Nina Sonntag erläutern die unterschiedlichen Positionen in der Debatte um die Rekonstruktion.

Die Veranstaltung wird als Zoom-Live-stream angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos. Link und Info unter: https://freies-deutsches-hochstift.de

Eine virtuelle Ausstellung zum Wiederaufbau zeigen Joachim Seng und Nina Sonntag ebenfalls ab 10. Mai unter: https://frankfurter-goethe-haus.de

Ihre Forderung: Das zerstörte Erbe für neue Aufgaben in neuer Form entstehen lassen. Die Anhängerinnen und Anhänger einer Rekonstruktion setzten sich aber durch. Darunter Hermann Hesse, Thornton Wilder, Albert Schweitzer, Karl Jaspers, Marie Luise Kaschnitz und Benno Reifenberg.

Möglich gemacht hat das Goetheforscher Ernst Beutler. Er war verantwortlich für den Aufbau des Goethemuseums 1932. Außerdem rettete er im Zweiten Weltkrieg die Bibliothek, das Inventar und etliche Dokumente des Hauses, indem er sie mit einigen Mitarbeitern an insgesamt 18 Orten auslagerte.

„Das Haus atmet bis heute den Geist der Goethezeit, auch wenn es in Wirklichkeit aus dem Jahr 1951 stammt“, sagt nun Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, zum Geleit. Die Atmosphäre zu bewahren und weiterzutragen, sei die Verpflichtung des Freien Deutschen Hochstiftes als Träger des Museums und der Stadt Frankfurt

Aufgabe des Freien Deutschen Hochstifts sei nicht nur, einen anschaulichen Eindruck von Goethes Frankfurter Ursprüngen zu vermitteln, sondern auch „die Erinnerung an seinen liberalen und weltoffenen Geist lebendig zu halten und in die Zukunft zu tragen“, sagt Hochstift-Direktorin Anne Bohnenkamp-Renken.

Das Freie Deutsche Hochstift wird 2021 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Goethe-Haus das Deutsche Romantik-Museum eröffnen, für das Ernst Beutler mit der Erweiterung des Sammlungsschwerpunktes der Einrichtung die Basis geschaffen hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare