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Klimastreik in der Frankfurter Innenstadt. Drei Tage vor der Wahl. Foto: Peter Jülich
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Klimastreik in der Frankfurter Innenstadt. Drei Tage vor der Wahl.

Fridays for Future

Globaler Klimastreik: Tausende demonstrieren in Frankfurt

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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„Politisch muss was passieren“: Protest der „Fridays for Future“ drei Tage vor der Bundestagswahl zieht in Frankfurt Massen an. Die Aktivist:innen sprechen von 19.000 Teilnehmenden. Die Polizei von 5000 Menschen.

Die Menschenansammlung an der Frankfurter Alten Oper ist am Freitagmittag schon zu Beginn der Demonstration überwältigend, es ist kaum ein Durchkommen. Von weitem sieht man die große aufgeblasene Weltkugel von Greenpeace. Demonstrantin Hannah (24) hat ihr Plakat beidseitig beschriftet. Auf der einen Seite steht: „Eure Klimapolitik ist ein Witz – aber niemand lacht #außer Armin.“ Auf der anderen Seite hat sie geschrieben: „#Klima vor Profit“ und „Ganz dünnes Eis“. Zwei Tage vor der Bundestagswahl hat die Umweltschutzbewegung „Fridays for Future“ zu einem globalen Klimastreiktag aufgerufen.

Nach Angaben der Aktivist:innen kamen allein in Frankfurt etwa 19 000 Menschen zusammen. Die Polizei sprach von 5000 Teilnehmer:innen. Auch in anderen hessischen Städten gingen Demonstrant:innen mit Klimaschutzforderungen auf die Straße,

In Berlin ist Greta Thunberg dabei. Die Schwedin hatte 2018 als Schülerin die Bewegung alleine initiiert. Dass sie nicht in Frankfurt ist, findet Hannah nicht schlimm. „Es ist viel wichtiger, dass wir unsere Klimaforderungen vor der Bundestagswahl noch mal auf der Straße zeigen, Druck machen. Denn wir als junge Wähler sind leider in der Minderheit.“ Deswegen sei es wichtig, jetzt ein Zeichen setzen, damit die Wähler:innen „an die Folgen des Klimawandels für ihre Enkel und Urenkel denken“.

Eine 79-Jährige Frankfurterin sagt: „Ich bin für die Zukunft meiner drei Enkel hier.“ Eine junge Demonstrantin läuft an ihrem „Oma for Future – für meine Enkel“-Schild vorbei und sagt: „Sie sind super.“ Überhaupt habe sie den Eindruck, dass immer mehr ältere Menschen die „Fridays“ für sich entdeckten.

Die „Fridays for Future“-Bewegung kämpft für die Erfüllung der Ziele des Pariser Klimaabkommens. Die Aktivist:innen in Frankfurt betonen immer wieder, sie seien auf der Straße, um zu zeigen, „dass eine Wahl, in der keine der Parteien einen Plan für 1,5 Grad hat, keine Lösung für die Klimakrise sein kann“.

Profitorientierung und Wachstumszwang als Verursacher der Klimakrise seien fester Bestandteil der aktuellen Wirtschaftsweise. Verantwortlich für den Klimawandel sei der Kapitalismus, sagt eine Sprecherin auf der Bühne vor der Alten Oper. Unweit davon steht Marie (36) aus Dreieich. Sie hält das Schild hoch: „Machen ist wie wollen. Nur krasser.“ Sie arbeite nun grundsätzlich nicht mehr freitags, damit sie auf allen Demos der Fridays dabei sein könne. Warum? „Weil ich nicht weiß, was ich sonst noch machen soll. Allein ein bisschen vegan essen und gar kein Auto mehr zu fahren, das reicht nicht. Da muss politisch was passieren.“

„Am liebsten nach Berlin“

Der 18-jährige Timm aus Gießen darf zum ersten Mal wählen. „Ich wäre am liebsten nach Berlin zur Demo gefahren. Einfach, weil dort die Bundespolitiker:innen vor Ort erleben, wie ernst es uns mit unseren Klimaforderungen ist.“ Eine 34 Jahre alte Biologin aus Eschersheim hat auf der Rückseite ihres T-Shirts geschrieben: „Raus aus dem Haus und Klimaschutz wählen.“ Auf dem Shirt ihrer kleinen Tochter steht „Schluss mit dem Schneckentempo zum Klimaschutz“. Die Mutter betont: „Ich war hochschwanger fürs Klima demonstrieren. Jetzt ist meine Tochter schon zweieinhalb Jahre alt, und es ist effektiv nichts passiert. Das ist sehr frustrierend.“ Sie habe per Briefwahl die Grünen gewählt, aber das sei nicht genug. „Denn ich habe das Gefühl, wenn wir keinen Druck auf der Straße machen, passiert auch in den nächsten zehn Jahren nichts vonseiten der Parteien. Auch von den Grünen bin ich bislang sehr enttäuscht.“

An der Kundgebung nimmt auch eine Delegation der linksgerichteten zapatistischen Befreiungsarmee EZLN aus dem mexikanischen Chiapas teil. Damit die „Zerstörung von Mutter Erde“ nicht weitergehe, müssten alle weltweit zusammen kämpfen.

Bei der Zwischenkundgebung an der Alten Brücke sagt ein Sprecher der „Fridays“: „Der nächste globale Klimastreik ist am 22. Oktober in Berlin. Wir fahren alle zu den Koalitionsverhandlungen und schieben mächtig Stress.“ Stress gibt es dann auch kurz bei der Abschlusskundgebung am Römer. Denn dort hat die coronakritische Partei „Die Basis“ einen Stand aufgebaut. Eine Gruppe Demonstrierender blockiert den Stand, die Polizei riegelt ihn ab. Die Aktivist:innen ziehen am Nachmittag weiter, Richtung Riederwald, um gegen den Autobahnbau zu demonstrieren.

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