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Stadtdekan Johannes zu Eltz auf dem Römerberg.

Fronleichnam

Frankfurt: Messe zelebriert Abendmahl auf dem Römerberg

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Gebete, Musik und Fürbitten in unterscheidlichen Sprachen auf der Fronleichnamsmesse auf dem Frankfurter Römerberg.

Als die Posaunen zu spielen beginnen und Priester, Messdiener, Nonnen und kleine Mädchen mit Blumen im Haar in Richtung Altar ziehen, brechen die Wolken auf und die Sonne scheint auf den Römerberg. Hunderte Menschen haben sich auf dem Platz versammelt, viele auf Holzbänken, andere stehend, manche sehr und andere gar nicht festlich gekleidet. Die katholischen Innenstadtgemeinden haben zum Festgottesdienst zu Fronleichnam eingeladen. Vor dem Römer ist unter einem Baldachin der Altar aufgebaut, am Römer weht neben der Stadtflagge die weiß-gelbe Kirchenfahne.

In seiner Begrüßung dankt Stadtdekan Johannes zu Eltz, der die Messe unter freiem Himmel leitet, gleich zu Beginn allen Beteiligten: den Musikern und Sängern für die Begleitung der Messe, der Stadt für die Erlaubnis, Fronleichnam öffentlich auf dem Römerberg zu feiern, den Messdienern für ihre Hilfe und dem Allmächtigen für den Sonnenschein. Fronleichnam, wenn katholische Christen die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Abendmahl feiern, solle allen Gläubigen Kraft schenken, sagt zu Eltz. Deshalb sei man froh, die ganze Stadt zum Fest einladen zu können: „Jeder darf, aber niemand muss Fronleichnam feiern.“

Hans-Reiner Ludwig ist wie jedes Jahr aus Steinbach nach Frankfurt gekommen. „Ich bin der Meinung, dass man Traditionen pflegen muss, sonst gehen sie verloren“, sagt der Katholik. Die Fronleichnamsmesse unter freiem Himmel sei „halt was anderes“, sagt Ludwig. Außerdem freue er sich auf die traditionelle Fronleichnamsprozession. Auch Iris Nägel kommt jedes Jahr auf den Römerberg. Ihr gefalle der Gottesdienst, „weil er besonders schön und festlich gemacht ist“. Wenn viele Katholiken der Stadt vor dem Römer zusammenkämen, dann spüre sie „einen Hauch von Rom“, sagt Nägel.

Inzwischen hat der Gottesdienst begonnen, mit Gebeten, viel Musik und Fürbitten in unterschiedlichen Sprachen. Dabei wird unter anderem für mehr Gerechtigkeit in der Welt und die Bewahrung der Schöpfung gegen den Klimawandel gebetet. Überhaupt fällt auf, wie bunt gemischt und international die Frankfurter Gemeinden sind. Dann wird das Abendmahl gefeiert, an verschiedenen Stellen des Römerbergs werden Hostien verteilt. Anschließend zieht die Prozession am Mainkai entlang bis zum Kaiserdom. Und die Sonne scheint die ganze Zeit.

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