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Giovanni di Lorenzo spricht zum Holocaust-Gedenken in Frankfurt

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Von: Thomas Stillbauer

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Die Projektion der ehemaligen Synagoge (hier beim Gedenken im vorigen Jahr) wird auch diesmal wieder am Hochbunker Friedberger Anlage zu sehen sein.
Die Projektion der ehemaligen Synagoge (hier beim Gedenken im vorigen Jahr) wird auch diesmal wieder am Hochbunker Friedberger Anlage zu sehen sein. © WJC/David Bachar

Veranstaltungen zum 9. November in der Westend-Synagoge und an weiteren Orten.

Mit mehreren Veranstaltungen gedenkt Frankfurt der 84. Wiederkehr der Synagogenzerstörungen in Deutschland vom 9. November 1938. In der Westend-Synagoge, Freiherr-vom-Stein-Straße 30, beginnt um 18.30 Uhr eine Gedenkstunde, zu der die Jüdische Gemeinde die Öffentlichkeit einlädt.

Die Westend-Synagoge überstand als einziges der ehemals vier großen Frankfurter jüdischen Gotteshäuser, wenn auch schwer beschädigt, die Reichspogromnacht. Dort wird am Mittwoch als Hauptredner der Journalist Giovanni di Lorenzo erwartet. Weitere Redner sind der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Salomon Korn, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) und Staatssekretär Uwe Becker (CDU) in Vertretung des hessischen Ministerpräsidenten. Die Gebete werden die Gemeinderabbiner Avichai Apel und Julian-Chaim Soussan sprechen.

In der Paulskirche beginnt am Mittwoch bereits um 16.30 Uhr eine Gedenkstunde der Stadt Frankfurt gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde. Näheres über das geplante Programm dort war am Montag noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Alte Synagoge wird an den Hochbunker projiziert

Der Hochbunker an der Friedberger Anlage, wo einst die alte Frankfurter Synagoge stand, ist auch in diesem Jahr Ort der Erinnerung. Am Mittwoch, dem Jahrestag der Pogromnacht von 1938, lässt der World Jewish Congress (WJC) dort erneut die digital rekonstruierte Synagoge auf die Bunkerwand projizieren.

Das geschah auch im vorigen Jahr am 9. November. Diesmal sind insgesamt vier Orte in Deutschland an der Aktion beteiligt: die Synagoge in der Fasanenstraße (Berlin), die Synagoge am Hiltropwall (Dortmund), die Synagoge in der Herzog-Max-Straße (München) und eben das frühere Frankfurter jüdische Gebetshaus.

Ziel ist es, die 1938 zerstörten beziehungsweise schwer beschädigten Synagogen in den Mittelpunkt zu stellen und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Wie in jedem Jahr an diesem Tag wird die Initiative 9. November außerdem um 17 Uhr Kerzen anzünden. Ihr Mitglied, der Frankfurter Architekt Diwi Dreysse, hält eine kurze Ansprache. Die Ausstellungen im Hochbunker werden ebenfalls ab 17 Uhr geöffnet sein.

Gedenken auch in Höchst

Am Ettinghausenplatz in Höchst lädt die AG Geschichte und Erinnerung – Initiative zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zur Gedenkveranstaltung ein. Um 18 Uhr spricht Sabine Baur von den „Omas gegen rechts“ auch über zunehmende antisemitische und rassistische Gewalttaten der jüngsten Zeit: Die Zeiten erforderten ein aktives Einstehen für die Demokratie.

Die AG plant zum Thema außerdem eine Filmvorführung am Donnerstag, einen Stolperstein-Spaziergang am Sonntag und eine Lesung am 22. November. Mehr zu den Veranstaltungen und zur Initiative erläutert Petra Scharf (petra.scharf@mail.de).

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