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Vorsitzender Konstantinos Samantas präsentiert die Pfützen der Sportanlage an der Wilhelm-Epstein-Straße. 

Ginnheim

Ginnheimer Fußballclub läuft der Nachwuchs davon

Die Anlage der Griechischen Sportunion ist marode. Der Verein steht vor dem Aus.

Die Anlage der Griechischen Sportunion in unmittelbarer Nähe der Ginnheimer Platensiedlung gehe Tag für Tag mehr kaputt, sagt Konstantinos Samantas, der Vorsitzende des Fußballvereins. Er warte seit fünfzehn Jahren auf Sanierung, sei oft im Kontakt mit dem Sportamt gewesen. Einmal wurden die Netze ausgetauscht, aber sonst „tut sich da nichts“, so Samantas.

Planungen wurden verworfen, Versprechungen wieder zurückgezogen – der 46-Jährige ist sichtlich bewegt, als er dem Ortsbeirat 9 das Problem schildert. Denn mit der Anlage in der Wilhelm-Epstein-Straße 95 gehe der ganze Verein zugrunde.

Die Jugendlichen wollten sich nicht in den maroden Kabinen duschen, in löchrigen Umkleiden umziehen oder auf den alten Ascheplätzen spielen – der Nachwuchs verlasse den Verein. „Wir können keine Spieler halten, die Verletzungsgefahr ist enorm“, erklärt der Vorsitzende. Außerdem trainierten auf der Anlage auch noch andere Vereine, zu viele für einen Rasen- und zwei Ascheplätze.

Zusätzlich gebe es nur einen weiteren völlig verkommenen Platz. Und eben kaputte Fenster, der Putz bröckele und durch die Decke nieselt es hinein. „Wenn das so weitergeht, müssen wir den Verein auflösen“, prophezeit Samantas. Zurzeit trainiere die griechische Sportunion deswegen in Unterliederbach und Sindlingen, die Fahrt betrage jede Woche 40 Kilometer.

Nicht nur der Platz, auch die Umkleiden sind marode.

„Wir wollen den Jugendlichen eigentlich was bieten, das geht aber mit diesem Platz nicht“, sagt Samantas. Der Verein fühle sich links liegen gelassen, andere Vereine bekämen viele Zuschüsse. Samantas fragt sich, ob das am Migrationshintergrund des Vereins liege. Man nehme den Jugendlichen die Möglichkeit des Vereinssports, von dem eigentlich die ganze Siedlung profitieren könnte: „Es wurde schlicht vernachlässigt, die Anlage in Schuss zu halten.“

Auch der Ortsbeirat zeigt sich schockiert. Christiane Loizides von der CDU hat die Anlage vor vier Jahren bei einem Ortstermin besucht, schon da sei der Zustand katastrophal gewesen. Dass immer noch nichts geschehe, sei „zum Verzweifeln, man läuft da gegen Wände“, sagt sie. Auch Ingrid Häußler (FDP) bezeichnet es als „Skandal“, dass nichts geschehen sei. Sie fügt an, dass die Anlage auch für den Schulsport genutzt werde und „die Schüler sich weigern“ dort zu trainieren.

Dass es eigentlich so einfach wäre, Container als Umkleiden aufzustellen und es doch eigentlich so viele Möglichkeiten für die Stadt gebe, schnell zu helfen, sagt Thomas Budenz (BFF). Auf die Anmerkung hin, dass es schon möglich sei, auf Ascheplätzen zu spielen, sagt Samantas mit einem Lächeln: „Ja, auch ich habe in meiner Kindheit nur so gespielt – aber die Jugendlichen heute sind verwöhnt.“

Der stellvertretende Ortsvorsteher, Rachid Rawas (SPD), unterstreicht generell die Wichtigkeit des Vereins: „Die leisten super Arbeit für die Integration und wir müssen dafür sorgen, dass sie das weiter machen können.“ Sein Antrag nach einem Ortsbesuch mit dem Sportdezernenten und Fachleuten wurde einstimmig angenommen.

Das Problem könne so vor Ort in Augenschein genommen werden und Maßnahmen überlegt werden, damit „die Jugendförderung nicht einschlafe“, so Christiane Loizides. Die CDU-Politikerin fügt an: „Und vielleicht können wir herausfinden, warum da so lange nichts geschehen ist.“

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