G-Town, so nennen die Kids den Stadtteil Ginnheim zuweilen. Foto: Christoph Boeckheler

Ginnheim

Ginnheimer Colorado Park macht Winterpause

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Die zwei Leiter sind weg. Der Träger, der Verein Abenteuerspielplatz Riederwald, sucht händeringend neues Personal.

Der beliebte Abenteuerspielplatz Colorado Park an der Ecke Raimundstraße / Paquetstraße bleibt von November bis voraussichtlich März 2020 geschlossen.

Die Sozialpädagogin Julia Humbert hat die Leitung aus persönlichen Gründen im Herbst abgegeben. Sie zieht um. Der Vertrag mit dem zweiten Verantwortlichen Leon Eder, dem pädagogischen Mitarbeiter, endete im November. Seitdem sind die Tore des Abenteuerspielplatzes geschlossen. Der Träger, der Abenteuerspielplatz Riederwald, sucht zum Frühjahr eine neue Leitung.

Doch die Familien und Kinder vermissen das Spielen und Grillen auf der Anlage schon jetzt. Wenn der Park wirklich geschlossen bleibe, sei das „eine Katastrophe für die Nachbarschaft“, sagt Johannes Boeff Fagundes, der Ginnheimer Quartiersmanager im Programm Aktive Nachbarschaft des Internationalen Bundes.

Die etwa 5000 Quadratmeter große Anlage an der Grenze zum Dornbusch gilt als eine Abenteueroase in Frankfurt. Nicht nur Veranstaltungen wie das Lichterzauberfest sind stark besucht. Montag bis Samstag werkeln junge Besucher auf dem Gelände.

Der Park existiert seit 1997. Nach Abzug der US-Streitkräfte aus den ehemaligen Housing-Areas zogen kinderreiche Familien ins Viertel – Spielstätten gab es da kaum. Der park war da noch eine verwilderte Hundetoilette. Das hat sich geändert. In Erinnerung an die amerikanischen Soldaten ist das Areal als schmucke Westernstadt gestaltet. Es gibt bunte Hütten und Holztipis, kleine Mammutbäume, sowie Wasserspiele zur Abkühlung im Sommer und Spielzubehör für Cowboys, Indianer und Sheriffs – viel Platz zum Spielen, Bauen, Ausprobieren und Toben.

Ginnheims Kinderbeauftragter Rachid Rawas, für die SPD im Ortsbeirat 9, sagt, es könne kein Interesse geben, den Park dauerhaft zu schließen. Er sei ein großer Erfolg und sehr beliebt bei den Menschen im Stadtteil. Auch die Arbeit der bisherigen Leitung sei sehr zufriedenstellend gewesen, „die haben das gut gemacht“, sagt Rawas. Er vermutet, dass der Park im Winter geschlossen bleibt, um Geld zu sparen oder die Fläche anderweitig nutzen zu können. Auch in den vergangenen Wintern sei der Spielplatz seltener geöffnet gewesen sei als in den wärmeren Monaten.

Michael Paris, der Vorsitzende des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald sagt, dass ein wenig „Ratlosigkeit“ herrsche, die Schließung jedoch allein auf den Personalwechsel zurückzuführen sei. Dringend würden zum Frühjahr neue Mitarbeitende gesucht.

Im Idealfall seien das wieder ein Mann und eine Frau, doch sei es leider „um den Nachwuchs schlecht gestellt“, so Paris. Die Situation sei „nicht erfreulich“ und er hoffe, dass „im März jemand gefunden“ ist, damit der Colorado Park wieder geöffnet werden könne. Doch dass der Personalwechsel nun in die Winterzeit gefallen sei, sei wenigstens weniger tragisch, als den Park im Sommer schließen zu müssen.

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