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Wenn die Grillsaison anbricht, ist auf dem Grillplatz in der Hadrianstraße deutlich mehr los.

Heddernheim/Ginnheim

Protest gegen geplanten Grillplatz in Frankfurt

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Der Ortsbeirat lehnt eine Verlegung aus der Hadrianstraße ans Wäldchen ab.

Auf großen Widerstand ist der Plan der Stadt Frankfurt gestoßen, den Grillplatz an der Hadrianstraße an das Ginnheimer Wäldchen zu verlegen. Politiker des Ortsbeirats 9 und Bürger kritisierten den Vorschlag in der Sitzung am Donnerstagabend.

„Warum sollen wir die Probleme anderer Ortsbezirke lösen?“, lautete etwa der Einwand von Thomas Budenz (BFF). Schließlich liege der Grillplatz Hadrianstraße in Heddernheim und gehöre somit zum Ortsbezirk 8. Protest kam auch aus der SPD-Fraktion. Nicht als Grillplatz, sondern als Auslagerungsort für die Ginnheimer Diesterwegschule solle die Grünfläche am Ginnheimer Wäldchen genutzt werden, forderte Donna Ochs. Die Grundschule warte schon zu lange auf die für den Schulausbau dringend benötigte Auslagerung, als dass einer freizeitlichen Flächennutzung Vorrang gewährt werden dürfe.

Die ursprünglichen Pläne der Stadt sehen vor, am Ginnheimer Wäldchen einen öffentlichen Grillplatz zu eröffnen und im Gegenzug den Platz an der Hadrianstraße zu schließen. Dort fehle die nötige Infrastruktur für die stetig steigende Besucherzahl, erklärte Holger Alt vom Grünflächenamt. Der Platz in Ginnheim hingegen sei hinreichend ausgestattet mit Parkmöglichkeiten und Toilettenanlagen.

Das ist jedoch nicht das einzige Problem, das das Grünflächenamt mit der Verlagerung lösen möchte. Mehrfach schon seien in den vergangenen Jahren Grillfeste auf dem Freizeitgelände an der Nidda ausgeufert. Ausflügler hätten randaliert und ihren Müll liegengelassen.

Sogar die Polizei musste wiederholt einschreiten, weil sich Besucher prügelten. „Wir erhoffen uns durch den Standortwechsel mehr soziale Kontrolle der Bürger untereinander“, sagte Alt.

Auf dem Areal am Ginnheimer Wäldchen trainieren die Mitglieder des Sportvereins Blau-Gelb Frankfurt. Unweit davon liegt das Tenniszentrum Niddapark. Im Westen grenzt ein Kleingärtnerverein an die Parkanlage. Familien mit Kindern verbringen ihre Freizeit auf zwei Spielplätzen weiter nördlich. Im Grünflächenamt gehe man davon aus, dass diese Durchmischung an Nutzern Besuchergruppen von Ausschreitungen auf dem Gelände abhalte, sagte Holger Alt.

Diese Prognose hält der Ginnheimer Georgios Ichtiaris indes für unrealistisch. Sein Restaurant „Exis“ liegt mitten im Grünen zwischen Schrebergärten und Wasserspielplatz. Schon jetzt habe er regelmäßig Ärger mit Besuchern, die trotz bisherigem Verbot am Ginnheimer Wäldchen grillten. Der Rauch der Wildgriller belästige die Gäste auf seiner Terrasse. Oft müsse er Betrunkene im Sommer seines Gasthauses verweisen. Mit einem Platz vor seiner Tür befürchte er eine Zunahme solcher Auseinandersetzungen. „Es geht hier um meine Existenz. Der Plan ist für mich inakzeptabel!“, so der Wirt.

Holger Alt zeigte sich enttäuscht von den Reaktionen im Stadtteilgremium, auf dessen Zustimmung er gehofft habe. „Diese Vorbehalte machen mich gerade ein wenig sprachlos.“ Für ihn sei es eine naheliegende Option, die günstigen Rahmenbedingungen für einen Grillplatz in Ginnheim zu nutzen. Zumal das Verbot am Wäldchen die Menschen bisher ohnehin nicht vom Grillen abgehalten habe. Für dieses Argument zeigte Ingrid Häußler von der FDP kein Verständnis. „Ein sinnvolles Verbot kann nicht deshalb aufgehoben werden, weil es Menschen gibt, die es nicht einhalten“, so die Juristin.

Zu einer Entscheidung in der Sache ist es am Donnerstagabend nicht gekommen. „Wir haben jetzt ein erstes Meinungsbild“, sagte Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU). Abgestimmt werde allerdings erst in einer der kommenden Sitzungen des Beirats.

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