Ruth von Freyberg (rechts) mit ihrer Mitarbeiterin Anne Behrens und Pony Luigi.
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Ruth von Freyberg (rechts) mit ihrer Mitarbeiterin Anne Behrens und Pony Luigi.

Ginnheim

Platz für Ponys gesucht

  • vonSabrina Butz
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Der Pferdehof an der Schloßhecke muss weichen, für den Neubau der Diesterwegschule. Das passiert aber noch nicht Ende Januar, wie die Besitzerinnen bisher vermutet haben.

Es sei eine „fiese Nummer“, sagen Ruth von Freyberg und Anne Behrens. Den beiden Besitzerinnen des Ginnheimer Ponyhofs an der Schloßhecke wurde das städtische Gelände, auf dem die Ponys leben und der Reitunterricht stattfindet, zu Ende Januar gekündigt. Auf das Grundstück soll die Diesterwegschule ziehen, die seit zehn Jahren auf Sanierung und Neubau wartet.

Bisher scheiterte die Auslagerung immer an einem passenden Grundstück für die Ginnheimer Grundschule. Schon 2017 war die Schloßhecke im Gespräch, da ging es aber noch um die Auslagerung auf das Nachbargrundstück des Ponyhofs. Aus Sorge darum, dass die Ponys den Schullärm nicht gut verkraften würden, sprachen sich viele gegen diese Möglichkeit aus. Damals kam auch Baudezernent Jan Schneider (CDU) auf den Ponyhof – „wir haben uns darauf verlassen, dass alles gut geht“, sagt von Freyberg. Auch vom Ortsbeirat 9 sei damals parteienübergreifend Unterstützung zugesagt worden.

Im September diesen Jahres jedoch beschloss der Ortsbeirat gegen die Stimmen der BFF, der Magistrat solle erneut eine Auslagerung der Diesterwegschule an die Schloßhecke prüfen. Auch die neue Rektorin der Diesterwegschule, Solmaz Heidlindemann, hatte im Gespräch mit der FR eine Auslagerung auf die Schloßecke gutgeheißen, da das Grundstück fußläufig zu erreichen sei.

Und „ohne Vorwarnung“ kam dann die Kündigung per Einschreiben vom Amt für Bau und Immobilien (ABI), so von Freyberg. Die Verhandlungen zwischen der Erbengemeinschaft, der das Nachbargrundstück gehört, und der Stadt seien wohl geplatzt. Deswegen müsse der Ponyhof weichen, der seit mehr als 30 Jahren dort sitzt.

Ruth von Freyberg und Anne Behrens haben den Hof, auf dem sie selbst als Kinder geritten sind, 2010 übernommen. „Zuerst als Schnapsidee, aber es fand sehr guten Anklang. Wir lieben den Job“, sagt von Freyberg. Es sei ein Ausgleich zum Stadtleben für die beiden 36-Jährigen, aber auch für die Kinder. Neben Koppel und Reitplatz gibt es einen Gemüsegarten und einen Hühnerstall. Der Unterricht auf dem Ponyhof sei vielmehr als Reiten, es gehe um Teamarbeit – zwischen den Kindern, aber auch zwischen Tieren und Menschen.

Die beiden seien „jetzt etwas ratlos“, so von Freyberg, ein Umzug sei „unglaublich teuer“. Allein für einen neuen Reitplatz rechne sie mit 20 000 Euro. Die heutige liebevolle Gestaltung des Geländes an der Schloßhecke sei mit den Jahren gewachsen. Dennoch planen die beiden schon, was sie mitnehmen würden und was nicht – auch, wenn noch vollkommen unklar ist, wohin es gehen wird.

Deswegen hoffen die beiden auf die Unterstützung der Stadt. Ein Grundstück in Frankfurt für einen ganzen Hof mit 14 Ponys, Stallungen, Koppeln und Reitplätzen zu finden, scheint nicht einfach. 10 000 Quadratmeter würden sie benötigen, sagen die beiden Besitzerinnen. Und das am besten so nah wie möglich am jetzigen Standort. Denn die meisten der 70 Reitschüler und -schülerinnen kommen aus Ginnheim und der nahen Umgebung, radeln zum Ponyhof und sind auch schon viele Jahre dabei.

Der ABI-Sprecher Günter Murr sichert diese Unterstützung zu: „Selbstverständlich helfen wir bei der Suche.“ Dass der Ponyhof zum Ende Januar ausziehen müsse, sei ein „Missverständnis“, sagt Murr. Die Baumaßnahmen für die Schule würden erst 2022 beginnen, so schnell werde das Grundstück also doch nicht benötigt.

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