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Kaum Kritik an Ringstraßenbahn

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Von: Judith Dietermann

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Die Ringstraßenbahn soll die Friedberger Warte mit dem Markus-Krankenhaus verbinden.
Die Ringstraßenbahn soll die Friedberger Warte mit dem Markus-Krankenhaus verbinden. © Rolf Oeser

Für die geplante Ringstraßenbahn, die die Innenstadt entlasten soll, werden voraussichtlich mehr als 200 Parkplätze im Ortsbezirk Dornbusch / Ginnheim wegfallen. Das führte zu Kritik im Ortsbeirat. Das Stadtteilparlament will erst im Januar über den 52 Millionen Euro teuren Neubau der Strecke abstimmen, um sich Änderungswünsche vorzubehalten.

Neue Gleise über eine Strecke von 4,5 Kilometern, zwölf neue Haltestellen, 197 neue Bäume, 201 wegfallende Parkplätze sowie 52 Millionen Euro Baukosten – das ist ein Teil der Zahlen für die neue Ringstraßenbahn, deren Vorplanung am Donnerstagabend dem Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) vorgestellt wurde. Verläuft der größte Teil der Neubaustrecke doch durch den Ortsbezirk. Letztlich verbinden soll die Bahn einmal die Friedberger Warte mit dem Markus-Krankenhaus.

Dies sei aber keinesfalls vor 2030 der Fall, betonte Michael Wejwoda, Leiter der Planungsabteilung im Amt für Straßenbau und Erschließung. Vielleicht sei mit einem Baubeginn 2029 zu rechnen. Seriös prognostizieren könne man das zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht. Allein das europaweite Ausschreibungsverfahren dauere acht Monate, das benötigte Planfeststellungsverfahren um die zwei Jahre.

Zahlen die letztlich niemanden in der Sitzung nicht wirklich erschreckten. 17 Jahre sind vergangen, seit die Ringstraßenbahn 2005 erstmalig parlamentarisch beschlossen wurde. 2015 war der Streckenverlauf festgelegt worden. Nun liegt die Vorplanung vor nach der die Ringstraßenbahn auf vorhandenen und neuen Gleisen verkehren wird. Sieben dafür gebaute Haltestellen – Marbachweg/ Sozialzentrum, Kaiser-Siegmund-Straße, Dornbusch, Platenstraße, Deutsche Bundesbank, Am Eisernen Schlag und Markus-Krankenhaus – wird sie im Ortsbezirk anfahren.

Der Stopp „Am Eisernen Schlag“ war zunächst nur als optionale Station eingeplant, weil man befürchtete, die Stationen lägen zu dicht beieinander. Auch wegen der Kreuzung der Verlängerung der Linie U4, die noch ein weißer Fleck auf den Planungsunterlagen ist. „Dort warten wir auf eine stabile Lösung. Unabhängig davon wird die optionale Haltestelle nun aber doch benötigt“, sagte Michael Wejwoda. Das an der Bundesbank kreuzende „Grüne Ypsilon“ wurde berücksichtigt.

Verlaufen wird die neue Linie größtenteils im Mischverkehr – Autos und Bahn teilen sich die Fahrbahn. Deshalb muss der Straßenraum entsprechend neu geordnet werden. Dazu gehört auch der Bau neuer Radwege sowie der Wegfall von Parkplätzen. Bei vielen Haltestellen stoppen künftig sowohl Busse als auch Bahnen. So werden die Umsteigemöglichkeiten optimiert.

Um für alle Verkehrsteilnehmer ausreichend Platz zu schaffen und in vorhandenen Baumbestand nicht eingreifen zu müssen, werden jedoch nicht alle Radwege mindestens zwei Meter breit sein. Das sorgte bei den Mitgliedern des Radentscheids für Kritik. „Es mussten Kompromisse gemacht werden, die aber vertretbar sind“, argumentierte Michael Wejwoda. Zudem handle es sich um eine Vorplanung, da könne man „sicher noch etwas machen“. Würde man die vom Radentscheid festgelegten Mindestbreiten einhalten, fielen nicht nur jegliche Bäume, sondern auch alle Parkplätze weg. „Zum jetzigen Status schaffen wir trotzdem eine erhebliche Verbesserung“, betonte Wolfgang Siefert, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Dass 201 der 522 Stellplätze auf dem 4,5 Kilometer langen Neubauabschnitt wegfallen, gefiel Lothar Stapf (CDU) nicht. Ebenso wenig, dass kein Ersatz, wie eine Quartiersgarage geplant sei. „Wenn die Straßenbahn fertig ist wird es durch die Mobilitätswende weniger Autos in der Stadt geben. Das wollen wir ja schließlich erreichen“, sagte Siefert.

Komplex seien die Planungen vor allem an den Kreuzungen gewesen. Wie am Dornbusch, wo künftig Straßenbahn und U-Bahn sich kreuzen. Wie auch am Markus-Krankenhaus, wo die Buswarte-Positionen und der U-Turn verlegt werden mussten.

Auch wenn es aus den Reihen des Stadtteilparlaments wenig Kritik gab, so stimmte es noch nicht über die Magistratsvorlage ab – um für die Januar-Sitzung doch noch entsprechende Anträge mit etwaigen Verbesserungsvorschlägen formulieren zu können.

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