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Ruth von Freyberg (r.) betreibt mit Anne Behrens den Ponyhof auf dem Areal „Auf der Schlosshecke“. Nun müssen sie für die Diesterwegschule Platz machen.
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Ruth von Freyberg (r.) betreibt mit Anne Behrens den Ponyhof auf dem Areal „Auf der Schlosshecke“. Nun müssen sie für die Diesterwegschule Platz machen.

Ginnheim

Ginnheim: Pferde bald ohne Heimat

Die beiden Ponyhof-Betreiberinnen fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen. Die Ämter wollten ihnen bei der Grundstückssuche helfen. Doch sämtliche Vorschläge lehnen diese ab. Im September muss der Ponyhof sein Areal „Auf der Schlosshecke“ für die Diesterwegschule räumen.

Die beiden Ponyhof-Betreiberinnen suchen nach wie vor nach einem neuen Standort für ihren Hof. Bis September müssten sie und ihre 14 Pferde das Grundstück „Auf der Schloßhecke“ räumen. Dort soll die Diesterwegschule hinziehen, während ihr altes Gebäude saniert wird, Ruth von Freyberg und Anne Behrens haben den Pferdehof, auf dem sie selbst als Kinder geritten sind, 2010 übernommen und wollen ihn weiter führen.

Doch die Suche nach einem neuen Grundstück für den Ginnheimer Ponyhof, auf dem Kinder seit mehr als 30 Jahren Reiten lernen, gestaltet sich schwierig, berichtet von Freyberg. Zwar gebe es verschiedene Vorschläge. Doch diese würden von der Stadt abgelehnt. „Die Zusagen von der Politik und dem Amt für Bau und Immobilien, dass sie uns unterstützen, wurden nicht eingehalten“, sagt von Freyberg, „wir sind wirklich enttäuscht“.

Eine ehemalige Reitschülerin habe den beiden ein Grundstück in Preungesheim zur Pacht angeboten, die Bauaufsicht habe aber gesagt, das klappe nicht. Simone Zapke, die Leiterin der Frankfurter Bauaufsicht, bestätigt das: „Das Grundstück liegt in einer Schutzgebietszone, dort sind bauliche Anlagen wie Ställe und Zäune nicht möglich.“

Eine zweite Möglichkeit habe sich sogar ganz in der Nähe in der Niedwiesenstraße ergeben. Die Erbengemeinschaft, der das Grundstück gehört, sei auf die Facebook-Posts der Ponyhofhof-Betreiberinnen aufmerksam geworden und habe die beiden kontaktiert. Von der Unteren Naturschutzbehörde hieß es aber, die Umnutzung für einen Ponyhof stehe dem Schutzzweck entgegen. Martin Müller vom Umweltamt sagt: „Das ist kein böser Wille. Im Landschaftsschutzgebiet gilt einfach die Rechtslage, dass bauliche Nutzungen und Ponyhaltung nicht möglich sind.“ Etwa ein Drittel des Frankfurter Stadtgebiets sei ein solches Schutzgebiet. Einen Alternativstandort für den Ponyhof zu finden, sei leider anspruchsvoll, aber nicht unmöglich, so Müller.

Man könne aber Ausnahmen genehmigen – wenn der Wille da sei, ist sich von Freyberg sicher. „Wir haben langsam das Gefühl, dass die Stadt Frankfurt und die Politiker keinen Ponyhof wollen“. Das Gelände des Georgshofs in Nied sei deswegen abgelehnt worden. Die beiden Betreiberinnen suchten überall, sogar außerhalb von Frankfurt – obwohl sie eigentlich in der Nähe des alten Grundstücks bleiben wollen. „Dann können nur noch die Kinder zu uns, die mit dem Auto gefahren werden.“

Die Zeit drängt: „Sechs Monate brauchen wir auf jeden Fall für den Umzug“, schätzt von Freyberg. Benötigt werde ein gut 10 000 Quadratmeter großes Grundstück für einen Hof mit 14 Ponys, Stallungen, Koppeln und Reitplätzen. Bis September.

Der Sprecher des Amtes für Bau und Immobilien, Günter Murr, sagt: „Von den städtischen Grundstücken hat sich keines als geeignet erwiesen für die Anforderungen. Wir sind aber in Kontakt.“ Vielleicht sei es möglich, ein Grundstück mit weniger Platz zu finden, so Murr.

Für Freyberg würde das aber bedeuten, auf den Reitplatz verzichten zu müssen und keinen Unterricht mehr anbieten zu können. Das wolle sie auf keinen Fall, sagt die 36-Jährige.

Auch in der Stadtverordnetenversammlung war der Ponyhof Ende Januar Thema. Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) antwortete auf eine Frage der BFF-Fraktion, man habe bislang noch keinen Erfolg bei der Suche gehabt. Bis Herbst 2021 sollte aber ausreichend Zeit zur Verfügung stehen, ein genehmigungsfähiges Ersatzgrundstück zu finden. Dieses müsse für den Betrieb eines Ponyhofes ja nicht vollständig erschlossen sein, befand Schneider damals.

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