Frankfurt-Ginnheim

Frankfurter Dealer rausgeschmissen

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Drei von sechs Wohnungen in der Platensiedlung im Stadtteil Ginnheim sind geräumt.

Im Streit um unliebsame Mieter in der Platensiedlung sind die ersten Wohnungen nun geräumt worden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG hatte sechs Mietverträge gekündigt, weil aus den Wohnungen heraus gedealt wurde oder dort mutmaßliche Drogendealer wohnten. Drei der sechs Wohnungen seien nun leer, eine vierte Wohnung werde in der kommenden Woche geräumt, sagte ABG-Chef Frank Junker am Donnerstag.

Der Vorgang hatte Anfang des Jahres eine heftige Kontroverse ausgelöst. Darf eine städtische Wohnungsbaugesellschaft Familien auf die Straße setzen, weil deren Söhne dealen? Das Amtsgericht bejahte die Frage, nachdem mehrere Mieter gegen ihre Kündigungen juristisch vorgegangen waren. In einem Fall hatte ein Mieter Rechtsmittel eingelegt, aber auch das Landgericht bestätigte die Auffassung.

In einem Fall war die Kündigung mit einer besonderen Härte verbunden. So war von den Kündigungen auch eine sechsköpfige Familie mit einer schwerstbehinderten Tochter betroffen. Der 24-jährige Sohn soll gedealt haben, die Polizei hatte bei einer Wohnungsdurchsuchung 54 Gramm Haschisch in der Wohnung gefunden.

Laut Junker haben die Eltern und die behinderte Tochter von der ABG eine behindertengerechte Dreizimmerwohnung im Norden Frankfurts zugewiesen bekommen. „Der straffällige Sohn hat dort allerdings Hausverbot“, betonte Junker. Bei Zuwiderhandlung werde der Mietvertrag gekündigt. Die ABG hatte sich in diesem Härtefall also anders als zunächst angekündigt kooperativ gezeigt. „Die behinderte Tochter soll nicht unter ihrem Bruder leiden müssen, der Drogen dealt“, so Junker.

In zwei der sechs Fälle läuft die vom Amtsgericht terminierte Räumungsfrist für die Wohnungen noch. Derzeit seien die Mieter noch vor Ort. In einem Fall hatten die Mieter bei der Räumung wohl ihrem Zorn über die Kündigung freien Lauf gelassen. Junker berichtete über Beschädigungen in Küche und Bad und kündigte an, die ABG werde Schadenersatz fordern.

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