Blick in die Platensiedlung.

Frankfurt

Quartiersmanagerin der Platensiedlung gibt auf

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Clara Schuster verlässt die Frankfurter Platensiedlung nach nur vier Monaten wieder.

Keine vier Monate war Clara Schuster als neue Quartiersmanagerin für die Platensiedlung im Einsatz. Nun hat sie wieder aufgegeben. Aus persönlichen Gründen, wie Jenny Mülich vom Internationalen Bund auf Anfrage mitteilte. Der IB ist Träger des Ginnheimer Quartiersmanagements.

Die Menschen, die sich für die Siedlung einsetzen, sind über die Nachricht verwundert. „Noch vor Ablauf ihrer Probezeit“ habe Schuster gekündigt, sagt der stellvertretende Vorsteher des Ortsbeirat 9, Rachid Rawas. Seitdem habe er nichts mehr von ihr gehört, erzählt Rawas, der auch dem Ginnheimer Regionalrat vorsitzt.

Über die Beweggründe der gelernten Architektin könne sie nur spekulieren, sagt auch die Leiterin des Jugendzentrums Ginnheim, Ulrike Fritz: „Uns hat die Kündigung überrascht“. Schuster selbst war für die FR nicht erreichbar.

Vermutungen, es gehe in der Sache auch um die grundsätzliche Frage, wie fruchtbar der Einsatz einer Quartiersmanagerin in Ginnheim ist, wollte Thomas Schäfer gegenüber der FR nicht bestätigen. Der Leiter des Frankfurter Programms Aktive Nachbarschaft verwies auf den Internationalen Bund als zuständigen Trägerverein. Dort bedauere man den Weggang Schusters sehr, sagt Jenny Mülich. Doch habe das weder zum Stadtteil Ginnheim, noch zum Internationalen Bund oder zum Programm Aktive Nachbarschaft „thematische Bezüge“.

Die Frage nach adäquaten Mitteln zur Gewaltprävention in der Platensiedlung, auf die der Magistrat mit der Installierung der Quartiersmanagerin eine Antwort gefunden haben wollte, wurde in der Vergangenheit kontrovers diskutiert.

Stadtteilpolitiker  für mehr Streetworker für die Platensiedlung

Seit langem fordern Stadtteilpolitiker im Ortsbeirat 9 mehr Streetworker für die Platensiedlung. Besonders für die Abendstunden würden Sozialarbeiter benötigt, die auf Kinder und Jugendliche zugingen, erklärte der Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) im Dezember in einem Gespräch mit der FR. Das könnte weder das Quartiersmanagement noch das Jugendzentrum leisten, so Hesse. Dabei nahm er Bezug auf eine Ankündigung der Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) vom Dezember. Demnach plant die Stadt zur Zeit keine weiteren Stellen für die aufsuchende Jugendarbeit.

Rachid Rawas habe sich im Rahmen seiner Arbeit im Viertel gut mit der jungen Quartiersmanagerin verstanden, die selbst nicht aus Frankfurt kommt. Sie habe es jedoch nicht ganz einfach gehabt. „Selbst für uns, die hier schon lange leben, ist es nicht immer leicht, den Kontakt mit den Jugendlichen herzustellen.“

Wesentlich schwieriger sei das für Menschen, die von außerhalb kommen und auf den Job nicht richtig vorbereitet seien, erklärt Rawas. Gerade jetzt, während der kalten Jahreszeit, in der sich alle in ihre Wohnungen zurückzögen, sei die Kontaktsuche zu den Bewohnern der Siedlung besonders schwierig. Beim Internationalen Bund, das erklärt Jenny Mülich, konzentriere man sich derweil auf eine schnelle Neubesetzung der Stelle für den Stadtteil.

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