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Wohnen

Frankfurt soll weiter wachsen

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Planungsdezernent Mike Josef verspricht 20.000 neue Wohnungen bis zum Jahr 2024.

In fünf Jahren werden in Frankfurt mehr als 20 000 neue Wohnungen entstanden sein. Davon geht Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD) in einer „Status-quo-Analyse“ der gegenwärtig 16 großen Wohnungsbauprojekte in der Stadt aus. Die Analyse liegt der FR vor.

Nur eines dieser Vorhaben ist derzeit blockiert. Auf dem ehemaligen Avaya-Areal an der Kleyerstraße im Gallus sollten 1200 Wohnungen entstehen. Davon sind 30 Prozent als öffentlich geförderter Wohnungsbau geplant, drei Kindertagesstätten gehören zu dem geplanten Quartier.

Bereits am 14. November 2017 war der städtische Bebauungsplan rechtskräftig geworden – der Bau hätte beginnen können. Doch ein Nachbar reichte eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan ein, die noch immer beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel anhängig ist, wie Josefs Sprecher Mark Gellert der FR bestätigte. Einen Termin für die Verhandlung gibt es noch nicht. „Wir können die Sache leider nicht beeinflussen“, sagte Gellert.

Die Stadt nennt weder Name noch Funktion des Klägers. Doch wahrscheinlich handelt es sich um einen Gewerbetreibenden, der fürchtet, dass die Wohnungen nicht mit Auswirkungen seines Unternehmens in Einklang zu bringen sind.

Frankfurt: Mehr als 4000 neue Wohnungen in Niederrad

Die anderen 15 geplanten Wohnquartiere machen Fortschritte. In der Bürostadt Niederrad sollen in den nächsten Jahren deutlich mehr als 4000 Wohnungen entstehen – weit mehr als 1000 davon sind bereits realisiert. Das nächstgrößere Wohngebiet ist das frühere Siemens-Gelände südlich der Rödelheimer Landstraße. Hier ist der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst; 2500 Wohnungen sollen gebaut werden. Gerade erst vorgestellt hat Josef das geplante Quartier auf dem Areal der Kfz-Zulassung am Römerhof. Hier sind mindestens 2000 Wohnungen vorgesehen, der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan liegt vor. 2021 könnte Baubeginn sein.

Es folgen von der Größe her die heftig umstrittenen „Gün-thersburghöfe“ östlich der Friedberger Landstraße bis hin zum Günthersburgpark. Dort ruft die Bürgerinitiative „Grüne Lunge“ seit geraumer Zeit zum Widerstand auf (siehe Kasten). Ende 2019 will die Stadt den Bebauungsplan für geplante 1500 Wohnungen offenlegen, 2020 möchte Dezernent Josef das Planungsrecht in Händen halten, 2021 mit dem Bau beginnen.

Ein sehr altes Projekt ist Bonames-Ost. Die Stadt hat das Baugebiet für 1400 Wohnungen in zwei Hälften geteilt, eine nördliche und eine südliche. Der Norden wird schneller entwickelt, dort soll 2021 mit dem Bau begonnen werden.

Frankfurt: Genossenschaftliches wohnen am Hilgenfeld

Das Wohnquartier auf dem Honsell-Dreieck am Osthafen mit 1300 Wohnungen hat der Magistrat gerade beschlossen. Der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan steht. Auf dem Kulturcampus in Bockenheim, dem alten Areal der Goethe-Uni, ist der Wohnungsbau im Gang, er hinkt hinter Büros und Hotel-Hochhaus hinterher. Insgesamt 1000 Wohnungen sind geplant. Auf dem nördlichen Rebstock will die Stadt 1000 Wohnungen auf den Weg bringen. Hier strebt sie den Baubeginn für 2020 an.

Am Montag will Dezernent Josef die Ausschreibung von genossenschaftlichem Wohnen am Hilgenfeld im Frankfurter Norden präsentieren, es geht um 850 Wohnungen. Weitere Quartiere, die angegangen werden, sind die Flächen nordöstlich der Anne-Frank-Siedlung (800 Wohnungen), die Platensiedlung (680), das Bankenviertel mit dem Hochhaus-Quartett „Four“ (600), das südliche und nördliche Nieder-Eschbach (600), die Parkstadt Unterliederbach (600) und die Leuchte in Bergen (500).

Frankfurt: Demo gegen Wohnen

Zur Demonstration gegen das geplante Wohngebiet „Günthersburghöfe“ ruft die Bürgerinitiative „Grüne Lunge“ für Samstag, 9. Februar, auf.

Unter den Mottos „Stadt für alle statt Luxuswohnungen!“ und „Klima schützen statt Autos und Beton!“ ist Treffpunkt um 12 Uhr am Fünffingerplätzchen in Bornheim-Mitte. Von dort aus geht der Zug in die Grüne Lunge nördlich des Günthersburgparks.

Der Frankfurter Magistrat, so der Vorwurf, betreibe mit dem geplanten Wohngebiet „Stadtentwicklung des 20. Jahrhunderts“.

jg

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