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Seit 1999 ist der Ginnheimer Spargel nur von außen zu bewundern.  

Europaturm

Frankfurt: Ginnheimer Spargel könnte wieder öffentlich werden

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Oberbürgermeister Peter Feldmann wünscht sich, das Frankfurter Wahrzeichen wieder für alle zu öffnen. Seit 1999 ist der Fernmeldeturm für Besucher nicht mehr zugänglich. 

Die Aufzüge bringen die Besucher des Ginnheimer Spargels mit einer Geschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde ganz weit nach oben. In den sechs Salons des sich drehenden Restaurants haben bis zu 220 Gäste Platz, in der 227 Meter hohen Diskothek treten Schlagerstars wie Rex Gildo, Jürgen Drews und Bata Illic auf. Es gilt als Mutprobe, sich auf die schräg nach oben verlaufenden Glasscheiben zu legen, inklusive Blick in die Tiefe. Mit all dem ist jedoch seit 20 Jahren Schluss. Seit 1999 ist der 331 Meter hohe Ginnheimer Spargel, der offiziell Europaturm heißt, nicht mehr für Besucher zugänglich. Nun aber gibt es Überlegungen, einen der immer noch höchsten Fernmeldetürme der Welt wieder öffentlich zu bespielen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) besichtigte aus diesem Grund in dieser Woche den Turm. „Viele Frankfurter sind damit groß geworden, mit ihrer Familie oder Besuchern aus anderen Städten von der Aussichtsplattform auf unsere Skyline und auf den nahen Taunus zu schauen“, sagt Feldmann. Und er betont: „Es wäre großartig, wenn es uns gelänge, dieses Frankfurter Wahrzeichen wieder allen Frankfurtern zugänglich zu machen.“

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1979 in Bockenheim ist der Ginnheimer Spargel als wichtiger Funkstandort in Betrieb. „Viele Leute glauben, dass der Turm seit 20 Jahren leer steht, aber wir nutzen ihn für digitales Fernsehen und Radio wie Mobilfunk und eine sehr schnelle Datenübertragung für die Börse“, sagt Benedikt Albers. Er ist Sprecher des Turm-Betreibers Deutsche Funkturm GmbH, eines Tochterunternehmens der Telekom.

Brandschutzauflagen strenger

Er sagt: „Wir sind offen für tragfähige Konzepte. Wir selbst würden aber keine Gastronomie oder Diskothek betreiben. Das haben wir auch in der Vergangenheit nie getan und es ist auch nicht unser Gebiet.“ Und er betont: „Es müsste sich ein Betreiber finden, der die aktuellen Brandschutzauflagen erfüllt, diese sind viel strenger als dies noch vor 20 Jahren der Fall war. Dafür müsste man Millionen in die Hand nehmen, ohne öffentliche Unterstützung ist das Projekt fast unmöglich.“

Bereits im Jahr 1999 hätte man laut Angaben der Stadt sehr viel Geld für die Auflagen der Brandschutzordnung investieren müssen. Dafür sei der Ginnheimer Spargel aber wirtschaftlich nie rentabel genug gewesen, trotz riesigen Zuspruchs und meist ausgebuchter Plätze.

Bei den Fernsehtürmen in Hamburg und Dresden, die auch von der Deutsche Funkturm GmbH betrieben werden, gibt es bereits Pläne, diese für die Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. 37 Millionen Euro stellen der Bund und Hamburg für den Umbau des dortigen Fernsehturms bereit. Die Stadt Hamburg übernimmt davon die Hälfte. Bei der Besichtigung habe Feldmann betont, es sei zu früh, über Geld zu sprechen. „Er wollte sich erst mal nur ein Bild vom Zustand des Turms machen“, sagt Albers.

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